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Die Rakete des Ex-Milliardärs

Von . Aktualisiert am 05.06.2010

In den USA ist ein weiterer Schritt hin zur kommerziellen Raumfahrt gelungen. Die Weltraumrakete Falcon 9 des Unternehmens SpaceX von Elon Musk absolvierte erfolgreich einen ersten Testflug.

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Live-Bilder auf der Homepage des Unternehmens zeigten, wie die 55 Meter lange Rakete von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida startete. SpaceX zufolge trennte sich dann die erste Antriebsstufe der Rakete wie vorgesehen ab. Neun Minuten nach dem Start erreichte die Rakete die Erdumlaufbahn. «Das ist ein guter Tag für SpaceX und ein erfolgversprechender Fortschritt für die amerikanischen Raumfahrtprogramme», sagte Programmdirektor Robyn Ringuette. Ein erster Startversuch war am Freitag gescheitert.

Der Test gilt als wichtiger Schritt bei der Entwicklung der kommerziellen Raumfahrt. Die Nasa will noch dieses Jahr ihre drei Space-Shuttles stilllegen. Dann sollen zunehmend auch die Dienste privater Weltraumanbieter in Anspruch genommen werden. US-Präsident Barack Obama will privaten Unternehmen über fünf Jahre 6 Milliarden Dollar (knapp fünf Milliarden Euro) zur Verfügung stellen, um verlässliche und preiswertere Trägerraketen zu entwickeln.

Riesige Aufträge

Die Nasa hat mit SpaceX bereits Verträge über einen Wert von 3,1 Milliarden Dollar bis ins Jahr 2016 abgeschlossen. Ab kommendem Jahr soll SpaceX Frachtgut zur Internationalen Raumstation ISS transportieren. Verträge hat die Nasa ebenfalls mit dem Unternehmen Orbital Sciences Corporation abgeschlossen, dessen Rakete Taurus II seinen ersten Flug 2011 absolvieren soll.

Nasa-Chef Charles Bolden sprach SpaceX seine Glückwünsche aus. Der Testflug sei eine «wichtige Etappe» in den Anstrengungen, die kommerzielle Raumfahrt voranzubringen. Der frühere Astronaut Byron Lichtenberg sagte, er rechne in Zukunft mit deutlich mehr Astronauten. «Niedrigere Kosten beim Start bedeuten mehr Flüge, und das bedeutet mehr Astronauten.» Russel Schweickart, der an einem Flug des Mondlandeprogramms Apollo teilnahm, sagte, Unternehmen wie SpaceX würden den Geist der Apollo-Programme ins 21. Jahrhundert übertragen. Auch damals sei es darum gegangen, Grenzen zu überwinden.

Selbst ist er pleite

SpaceX wurde von Elon Musk gegründet. Der 39-Jährige hatte eins Paypal mitbegründet und wurde durch den verkauf des Online-Bezahlsystems zum Milliardär. Doch mit SpaceX und der Elektroauto-Firma Tesla Motors hat er sich bislang übernommen. Im Oktober hatte der Philantroph erklärt, er sei nicht mehr flüssig und lebe von Krediten von Freunden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.06.2010, 13:36 Uhr

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