«Wir wurden Opfer einer grösseren Sache»
Aktualisiert am 29.01.2012 122 Kommentare
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Wegelin & Co., die älteste Privatbank der Schweiz, hat unter dem Druck der US-Steuerbehörden einen Grossteil des Geschäfts an die Raifeissenbank verkauft. «Es ist bitter, aber richtig», kommentiert Wegelin-Chef und Teilhaber Konrad Hummler den Verkaufsentscheid gegenüber dem «Sonntag». Sie hätten im richtigen Moment die richtige Lösung getroffen. Das Unternehmen sei nicht kaputt, betont Hummler: «Im Gegenteil.» Die Übertragung des Grossteils des Geschäfts in eine neue Privatbank sei eine sehr gute Lösung.
Mit Ausnahme der US-Kunden werden sämtliche Geschäfte in die neu gegründete Notenstein Privatbank übertragen. Besitzerin des neuen Unternehmens ist die Raiffeisengruppe. Die Teilhaber der ältesten Schweizer Privatbank reagieren mit diesem Schritt auf eine drohende Klage aus den USA. «Wir wurden Opfer einer grösseren Sache», sagt Hummler dem «Sonntag». Aus rechtlichen Gründen wollte der Privatbankier nicht weiter Stellung nehmen. Die verbleibenden Teilhaber würden sich nun darauf konzentrieren, «was es abzuarbeiten gilt». Es gehe jetzt nicht mehr um Arbeitsplätze und Strukturen: «Es geht darum, das Beste für uns zu machen.»
Das bisherige US-Geschäft der Wegelin-Bank bleibt als eine Art «Bad Bank» bei Wegelin und den sechs verbleibenden Teilhabern. Für die Regelung allfälliger rechtlicher und finanzieller Konsequenzen aus dem US-Geschäft sind somit weiterhin die Bank Wegelin und die darin verbleibenden, unbeschränkt haftenden Teilhaber verantwortlich. Diese sind an der neuen Notenstein Privatbank nicht beteiligt. Die Bank Wegelin war im Sog der Steueraffäre rund um die UBS auf den Radar der US-Steuerbehörden gekommen. Im Oktober 2010 wurde ein ehemaliger Direktor des Instituts wegen versuchter Geldwäscherei vom Geheimdienst FBI verhaftet.
Kritik von Walter Kielholz
Walter Kielholz wirft in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» der Wegelin-Bank derweil gravierende Fehler vor. «Die Strategie, aggressiv amerikanische Offshore-Kunden von der UBS zu übernehmen, hat sich als höchst unvorsichtig erwiesen.» Eine Pauschallösung mit den USA im Steuerstreit werde nur zu einem hohen Preis möglich sein. Kielholz: «Die Schweiz wird angesichts des politischen Drucks nicht darum herumkommen, das Bankgeheimnis in seiner vorliegenden Form weiter zu lockern. Die Banken müssen voraussichtlich hohe Beträge abliefern.»
Gemäss Recherchen der Zeitung «Der Sonntag» soll Raiffeisen für die in Notenstein umfirmierte Wegelin-Kernbank zwischen 500 und 600 Millionen Franken bezahlt haben. Insider sprechen gegenüber derselben Zeitung von einem eigentlichen «Bank-Run» auf Wegelin in den letzten Wochen. Verunsicherte Kunden hätten in den letzten Wochen ihre Gelder abgezogen und die Bank damit in Schieflage gebracht
(jak)
Erstellt: 29.01.2012, 10:23 Uhr
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122 Kommentare
DER Walter Kielholz kritisiert Wegelin, der mitverantwortlich war, dass die Swiss Re 2009 eine 2.6 Mia Hilfe von Warren Buffet annehmen musste, da die Swiss Re mehr eine Investment Bank wurde als ein Rückversicherer?! Diese Hilfe kostete die Swiss Re 1 Mia (sicherte auch das Überleben). Dieser Herr sitzt im Glashaus und für ihn wäre es eher Zeit zu schweigen. Antworten
"Wir wurden Opfer..." So wird der Täter zum Opfer. Dass ich nicht lache. Erst in grenzenloser Gier die USA-Kunden der UBS krallen, in der Annahme, man mache den grossen Reibach und dann alles in den Sand setzen. Wer seriös geschäftet hat, kommt doch nicht derart in die Bredouille! Antworten
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