Der Vorbörsenbericht

Der tägliche Morgenreport der «Finanz und Wirtschaft» zur Lage an den internationalen Aktienmärkten.

Stand: Donnerstag, 18. März 2010 08:39 Uhr

Finanz und Wirtschaft

Kennzahlen

SMI6892.01+0.3%
Euro Stoxx 502931.31+0.9%
Dow Jones10733.67+0.5%
Nasdaq Comp.2389.09+0.5%
Nikkei 22510744.03-1.0%
Hang-Seng21367.39-0.1%
Singapur STI2914.07-0.2%
USD/CHF1.0586+0.5%
EUR/CHF1.4466-0.1%
10J Eidg.1.930Bp
Erdoel (Brent)81.33+0.0%
Gold1124.00-0.1%

Quelle: Thomson Reuters

Wichtige Ereignisse

09:30BâloiseBilanzmedienkonferenz 2009
10:00Swiss Prime SiteBilanzmedienkonferenz 2009
10:30BEKB / BCBEBilanzmedienkonferenz 2009
15:00RocheInvestorentag
 
08:15CHAussenhandel
08:15CHUhrenexporte
09:15CHIndustrieproduktion
09:15CHIndustrieaufträge
10:30UKStaatsfinanzen
10:30UKBreite Geldmengen
11:00CHZEW-Indikator
11:00EUAussenhandel



12:30USFed-Gouverneur Duke spricht
13:30USKonsumentenpreise
15:00USPhilly Fed Index
15:00USFrühindikator
18:00CHJean-Pierre Danthine von der SNB spricht

Overnight

USA: Der Rückgang der Produzentenpreise festigt die Überzeugung, das Fed könne die Zinsen problemlos tief halten. BlackRock stiegen 4,9%, nachdem die Analysten von Credit Suisse das Rating angehoben hatten. Ford Motor rückten 4,5% vor: Moody’s hatte das Kreditrating erhöht. Besonders gesucht waren Energie- und Rohstoffwerte. Alcoa avancierten 4,8% und Exxon Mobil 1,2%. Massey Energy (+5,8%) hat der Übernahme von Cumberland Resources für 960 Mio. $ zugestimmt. Lincoln National stiegen aufgrund einer Höherstufung durch Bank of America 4,4%. Der Dow Jones Future ist bei 10‘668 (+5 Punkte).

Asien: Die Börsen gaben mehrheitlich leicht nach. In Japan setzten technisch motivierte Verkäufe ein. Der Markt wird als überhitzt angesehen. Canon sanken als Folge von Gewinnmitnahmen 2,8%. Die Titel von Immobilienunternehmen wie Mitsui Fudosan (-2,4%) und Mitsubishi Estate (-3,8%) waren unter Druck. Morgan Stanley hatte den Sektor von „in-line“ auf „cautious“ zurückgestuft. Der Kurs von Toho Zinc zog 5,3% an. Das Unternehmen hatte die Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben. Toshiba kletterten 0,7%. Das Research-Unternehmen iSuppli sagte, Toshiba habe vergangenes Jahr Marktanteile gewonnen. Seiko Epson (-4,5%) wurden von Credit Suisse von „neutral“ auf „underperform“ zurückgestuft.

Devisen: Der Franken stieg in Asien gegenüber dem Euro kräftig an. Er notierte bei 1.4465 Fr./€. Ein tieferes Niveau wurde zuletzt am 28. Oktober 2008 bei 1.4315 erreicht. Yen und Dollar waren fester. Grund war ein Bericht im China Securities Journal, Chinas Banken müssten die Vergabe von Krediten an Spekulanten einstellen. Rohöl für Lieferung April stieg 1.23 $ auf 82.93 $/Fass. Gold für Lieferung April schloss nahezu unverändert bei 1‘124,2 $/Unze.

News Vorbörse Schweiz

Bâloise: Der Versicherer steigerte den Reingewinn im vergangenen Jahr 9% auf 421 Mio Fr. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn stieg 16% auf 414,1 Mio. Fr. Pro Aktie errechnet sich eine Steigerung von 18% auf 8.64 Fr. Die Analystenvorgaben wurden verfehlt. In der Nichtlebenversicherung verschlechterte sich die Combined Ratio von 90,9 auf 94,4% und die gebuchten Bruttoprämien sanken 2,4% auf 3,14 Mrd. Fr. Im Lebengeschäft resultierte eine Bruttoprämie von 3,72 (Vorjahr: 3,74) Mrd. Fr. Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr eine Dividende von 4.50 Fr. je Aktie erhalten.

Von Roll: Der Energietechnikspezialist weist für das vergangene Jahr einen Umsatzrückgang von 23% auf 549,4 Mio. Fr. aus. Auf Stufe Ebit resultierte ein Minus von 8,5 Mio. Fr. (Vorjahr: Gewinn 50,1 Mio. Fr.). Der Verlust betrug 11,3 Mio. Fr. (Gewinn von 29,8 Mio. Fr.). Der Verwaltungsrat schlägt die Ausschüttung einer Dividende von 0.10 (0.20) Fr. je Aktie vor. Für das laufende Jahr rechnet die Gruppe aufgrund der Markterholung, dem Ausbau der Marktposition sowie der verbesserten Kostenstruktur mit einer Umsatz- und Gewinnsteigerung.

Swiss Prime Site (SPS): Die Immobiliengesellschaft steigerte den Gewinn (inkl. Neubewertung) im vergangenen Jahr 61% auf 187,4 Mio. Fr. Der Ertrag aus Vermietungen kletterte 21,5% auf 251,7 Mio. Fr. SPS hat die Prognosen der Analysten für den Mietertrag übertroffen und für den Gewinn knapp verfehlt. Den Aktionären soll eine Dividende von 3.50 Fr. ausgeschüttet werden, nach 3.40 Fr. im Vorjahr.

BEKB: Berner Kantonalbank erhöhte den Gewinn vergangenes Jahr um 4,7% auf 118 Mio. Fr., das ist die siebzehnte Steigerung in Folge. Der Verwaltungsrat beantragt, die Dividende um 0.40 Fr. auf 4.80 Fr. zu erhöhen, das wäre die dreizehnte Erhöhung in Folge. Die Bilanzsumme wuchs 5,7% auf 24 Mrd. Fr. Die Kundengelder nahmen um 1,6 Mrd. auf 20,3 Mrd. Fr. zu.

Compagnie Financière Tradition: Der Interdealer-Broker musste 2009 einen Rückgang des Reingewinnes von 25,7% auf 78,8 Mio. Fr. hinnehmen. Auf operativer Ebene wurde ein Gewinn von 120,1 Mio. Fr. (Vj: 149,4 Mio. Fr.) erwirtschaftet. Im Betriebsgewinn enthalten sind Erlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen von 32 Mio. Fr. Negativ schlugen Abschreibungen auf immateriellen Vermögenswerten von insgesamt 20,4 Mio.Fr. und andere ausserordentliche Faktoren von 10,2 Mio. Fr. zu Buche. Die Dividende soll auf dem letztjährigen Niveau (8 Fr. je Aktie) belassen werden.

UBS: Die Manager und Verwaltungsräte der Ära Ospel sollen nun auch von den Aktionären aus der Verantwortung entlassen werden. Der GV vom 14. April wird beantragt, auch die bislang aufgeschobene Decharge für die Jahre 2007 bis 2009 zu erteilen.

Roche: Im Vorfeld der ersten Investorenkonferenz seit der Integration von Genentech teilte der Pharmakonzern mit, gut gerüstet zu sein, die führende Stellung in der Onkologie zu stärken und andere Therapiebereiche wie Stoffwechsel- und Entzündungskrankheiten sowie Erkrankungen des Zentralnervensystems auszubauen.

BKW FMB Energie warnt, die Ergebnisse von 2009 würden 2010 „kaum“ erreicht. Unter der Annahme, dass die Erholung der Finanzmärkte abgeschlossen sei und sich diese stabil verhalten, müsse mit einem tieferen Reingewinn gerechnet werden. Grund für die Zurückhaltung sind die unsichere Konjunkturentwicklung, die neuen regulatorischen Vorgaben sowie Investitionen in den Produktionsausbau. Der Umsatz soll sich im Rahmen des Vorjahres entwickeln. Die Dividende wird, wie Ende Februar angekündigt, von 2.30 auf 2.50 Fr. je Aktie erhöht.

Coltene: Der Umsatz des Dentalzulieferers sank vergangenes Jahr 9% auf 151,4 Mio. Fr. Wechselkursbereinigt betrug das Minus 6,5%. Der Betriebsgewinn (Ebit) sank 18,5% auf 20,3 Mio. Fr. und der Gewinn 7,5% auf 16,4 Mio. Fr. Der Verwaltungsrat beantragt eine Dividende von 3.10 Fr., nach 4.30 Fr. im Vorjahr. Die Ausschüttungsquote beträgt 80%.

Gategroup: Der Catering-Anbieter für Fluggesellschaften verzeichnete 2009 einen 6.7% geringeren Umsatz von 2,7 Mrd. Fr. Währungsbereinigt betrug der Rückgang 0,5%. Der Gewinn sank 12,8% auf 51 Mio. Fr. Für 2010 erwartet Gategroup einen stabilen Umsatz und eine Steigerung der Betriebsmarge.

Infranor: Der Spezialist für industrielle Automation erlitt in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2008/2009 per Ende Januar einen Umsatzeinbruch von 39% auf 26,6 Mio. Fr. Der Betriebsgewinn (Ebit) betrug 600‘000 Fr., nach einem Betriebsverlust von 800‘000 Fr. Der Verlust sank von 2,6 auf 1 Mio. Fr. Im dritten Quartal sei das Ergebnis ausgeglichen gewesen.

Ratings und Kursziele

ABB:  HSBC hebt das Kursziel von 20 auf 24 Fr.
Straumann:  Morgan Stanley reduziert das Kursziel von 250 auf 225 Fr.
Nobel Biocare:  Morgan Stanley reduziert das Kursziel von 27 auf 25 Fr.
CS Group:  Barclays hebt das Kursziel von 48 auf 52 Fr.
EFG Int.:  UBS hebt das Kursziel von 16 auf 20 Fr.
Partners Group:  UBS hebt das Kursziel von 160 auf 165 Fr.

Charttechnik SMI

Seit zwei Handelstagen steigen die Kurse. Basis des Anstiegs war das Tageshoch vom 2. März. Aber dieser kurze Trend zeigt schon erste Ermüdungssignale. Kommt hinzu, dass das rechnerisch evaluierbare Aufwärtsziel des Dienstags nach oben aktivierten Flags bereits erreicht wurde. Im Mehrtagesbereich sehen wir noch eine mögliche Reichweite bis 6960. Bereits ein Rückgang unter den Flaggen-Ausbruchspunkt 6840/50 würde aber genügen, um das Bild auf den Kopf stellen.

Die Konsequenzen der nur noch geringen mittelfristigen Aufwärtsdynamik würde der SMI rasch zu spüren bekommen. Das Polster zum bereits vor zehn Tagen erreichten Kurshoch beträgt 0,07%, jenes zu dem vor drei Wochen erreichten Niveau nicht wesentlich ergiebigere 1,3%.

SMI Stunden-Chart der vergangenen 30 Tage

Ausblick - UK - Warnsignale der Zinskurve

Heute werden die Zahlen zu Grossbritanniens Nettokreditaufnahmen im Monat Februar veröffentlicht. Im Januar nahm der Staat netto 9.04 Mrd. £ auf. Für die Investoren werden diese Angaben wichtiger, denn im Juni stehen Wahlen an und es droht eine Patt-Situation. In diesem Fall wären die Chancen für eine Konsolidierung des Staatshaushaltes schlecht. Aber auch wenn eine Partei eine starke Mehrheit auf sich vereinigt, ist die Aufgabe schwierig. Die OECD schätzt das Defizit für 2010 auf 13,3% des BIPs. 2011 soll das Minus 12,5% betragen. Die entsprechenden Daten für Griechenland sind 9,8% für 2010 respektiv 10% für 2011. Auch wenn bei Griechenland zwei oder drei Prozentpunkte draufgeschlagen würden, wären die Zahlen kaum schlechter als jene der Briten. Die britische Regierung befindet sich in einer schwierigen Lage - auch weil die Wirtschaft nicht richtig in die Gänge kommt.

Mit jedem Monat, in dem die Steuereinnahmen gering sind, müssen die Sparanstrengungen verstärkt werden. Das macht sie politisch gefährlicher, sind doch die Einschnitte für die Bürger gravierend. Diese Risiken erklären zumindest teilweise die Steilheit der britischen Zinskurve. Die Differenz zwischen dem Geldmarkt und den zehnjährigen Staatsanleihen hat am 19. Februar 375 Basispunkte erreicht. Diese Niveaus wurden zuletzt im Juni 1994 und Januar 1978 registriert. Und dabei ist die Rendite zehnjähriger Gilts mit 4.01% historisch gesehen immer noch tief. Technisch gesehen kann die Rendite nochmals fallen. Das wäre jedoch eher eine Ausstiegschance als ein Kaufgrund. Vor allem, wenn die Zinskurve steil bleibt und sich die Zinsdifferenz zu den zehnjährigen deutschen Staatsanleihen ausweitet.

UK – unaufhaltsam wachsender Schuldenturm

Die letzten zwei Ausgaben des FuW-Reports:

Mittwoch, 17. März 2010
Dienstag, 16. März 2010

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