Wirtschaft
Der Vorbörsenbericht
Stand: Montag, 6. Februar 2012 08:14 Uhr
Kennzahlen
| SMI | 6153.31 | +1.5% |
| Euro Stoxx 50 | 2515.15 | +1.5% |
| Dow Jones | 12862.23 | +1.2% |
| Nasdaq Comp. | 2905.66 | +1.6% |
| Nikkei 225 | 8929.20 | +1.1% |
| Hang-Seng | 20724.97 | -0.2% |
| Singapur STI | 2946.45 | +1.0% |
| USD/CHF | 0.9225 | +0.2% |
| EUR/CHF | 1.2056 | -0.1% |
| 10J Eidg. | 0.80 | 0Bp |
| Erdoel (Brent) | 114.37 | +0.9% |
| Gold | 1732.50 | -0.2% |
Quelle: Thomson Reuters
Wichtige Ereignisse
| 09:30 | Julius Bär | MK zu Ergebnis 2011 |
| 10:00 | Energiedienst | MK zu Ergebnis 2011 |
| 18:00 | PEH | Ergebnis |
| 11:20 | EZ | EZB-Vizepräsident Constancio an Diskussionsrunde |
| 12:00 | DE | Industrieaufträge |
| 16:00 | US | Beschäftigungsindikator |
Overnight
USA: Der überraschende Rückgang der Arbeitslosenrate auf 8,3% und das kräftige Wachstum der Beschäftigung waren die treibenden Kräfte hinter den Kursgewinnen. Vor allem Finanztitel und Titel von zyklischen Unternehmen profitierten. Bank of America stiegen 5,2% und Citigroup 4,9%. Unter den konjunktursensitiven Aktien gewannen Caterpillar 3,3%, Alcoa 3,3% und FedEx 1,9%. Genworth Financial stiegen 14%. Das Versicherungsunternehmen wies einen Gewinn aus. Tyson Foods (+4,1%) erwirtschaftete im vierten Quartal einen Gewinn pro Aktie von 42 Cents; der Markt war von 34 Cents ausgegangen. Estee Lauder gaben 2,3% nach. Mit 32 Cents pro Aktie blieb der Gewinn im dritten Quartal neun Cents unter den Schätzungen der Experten. Auch Wynn Resorts (-4,8%) wurden den Erwartungen nicht gerecht. Der S&P E-mini Future notiert 1‘3335.
Asien: Die Börsen in Fernost tendierten uneinheitlich. Die Investoren waren aufgrund der guten US-Arbeitsmarktzahlen optimistischer für die US-Wirtschaft. Dies und festere Öl- und Metallpreise lösten Käufe in rohstoffbezogenen Werten aus. Rio Tinto stiegen 2,1%, Fortescue Metals Group 3,2% und Sumitomo Metal Industries 1,5%. In Japan waren auch Exportwerte gefragt. Sony avancierten 4% und Honda Motor 2,5%. In China waren Bankentitel fest. Der staatliche Anlagefonds hatte es drei Banken erlaubt, ihre Dividendenausschüttung von 40 auf 35% zu senken. Bank of China stiegen 1,5% und China Construction Bank 0,6%. Panasonic (+6,5%) sagte, das Unternehmen könnte nach einem Rekordverlust in den Gewinnbereich zurückfinden. Nikon schossen 10% in die Höhe. Der Kamerahersteller hob nach einem überraschend guten Umsatz die Gewinnprognose an.
Devisen: Der Euro wurde gemieden. Das Tauziehen um eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern hielt an. Darüber hinaus wollen die Investoren abwarten, wie Griechenlands führende Politiker auf die wirtschaftlichen Forderungen der Gläubiger reagieren. Ein Entscheid wird für heute erwartet. Der Euro notierte gegenüber dem Dollar 1.3091 $/€ nach 1.3159. Gegenüber dem Yen handelte der Euro 100.52 Yen/€ nach 100.89. Der Dollar war relativ zum Yen 76.79 Yen/$ nach 76.61.
Erdöl für Lieferung März stieg 1,48 $ auf 97.85 $/Fass. Die robusten US-Arbeitsmarktdaten dämpften die in den letzten Tagen aufgekeimten Sorgen über eine sinkende Nachfrage. Gold für Lieferung April schloss 1,1% tiefer mit 1’735.50 $/Unze. Die US-Wirtschaftsdaten liessen Gold als sicheren Hafen unattraktiv erscheinen.
News Vorbörse Schweiz
Julius Bär verzeichnete 2011 einen Rückgang des ordentlichen Gewinns von 10% auf 452 Mio. Fr. Darin ist die Zahlung im Steuervergleich mit Deutschland nicht enthalten. Eine Rückstellung für eine Busse im US-Steuerstreit wurde nicht vorgenommen. Die Aktionäre erhalten eine ordentliche Dividende von 60 Rp und eine Sonderausschüttung von 40 Rp. je Namenaktie. Beide Dividenden werden den Reserven aus Kapitaleinlagen entnommen und sind verrechnungssteuerfrei. Julius Bär verfügte Ende Jahr über eine solide Kapitalausstattung (Tier 1 Ratio von 21,8%).
Der Neugeldzufluss blieb mit 10,2 Mrd. Fr. hoch. Die verwalteten Kundenvermögen stiegen von 169,7 auf 170,3 Mrd. Fr. Die Bruttomarge wurde mit 104,5 Basispunkten nahezu auf Vorjahresniveau (105 Bp) gehalten.
Auf operativer Ebene arbeitete Julius Bär weniger effizient. Der Geschäftsaufwand nahm 7,3% zu, während der Ertrag 2,3% zurückglitt. Entsprechend verschlechterte sich das Kosten-Ertrags-Verhältnis von 65,4 auf 68%.
Die bisherigen, bis 2012 geltenden Finanzziele wurden teilweise neu definiert. Die Vorgabe für das Kosten-Ertrags-Verhältnis lautet neu 62 bis 66% (bisher 60 bis 64%). Als Vorsteuermarge werden nunmehr mindestens 35% angestrebt, vorher waren es über 40%.
Energiedienst: Der primär im Süden des deutschen Bundeslands Baden-Württemberg aktive Versorger aus Laufenburg steigerte 2011 die Gesamtleistung 15% auf 932 Mio. €. Der Betriebsgewinn (Ebit) verringerte sich geringfügig um 2 auf 102 Mio. €, womit Analystenerwartungen ebenfalls übertroffen wurden. Schwach präsentiert sich hingegen der Ausblick des Unternehmens: Energiedienst rechnet wegen des Verlusts weiterer Kunden sowie niedriger Grosshandelspreise mit sinkenden Margen. Ausserdem werde das Ergebnis nicht mehr wie in den Vorjahren durch die Auflösung von Steuerrückstellungen positiv beeinflusst. Noch keine Angaben hat Energiedienst zur Dividende gemacht. Im Vorjahr wurden 1.50 Fr. pro Aktie aus den Kapitaleinlagereserven ausgeschüttet.
Forbo: Der Industriekonzern wird in den nächsten Monaten Verhandlungen über einen Verkauf des Geschäfts mit Bauklebstoffen führen. Gemäss Unternehmen haben sich schon mehrere Interessenten für den Bereich gemeldet, der 2010 einen Umsatz von 107 Mio. Fr. erwirtschaftete. Bereits handelseinig ist Forbo über die Veräusserung des bedeutenderen Segments Industrieklebstoffe (606 Mio. Fr. Umsatz 2010): Im Dezember wurde mit dem US-Wettbewerber H.B. Fuller ein entsprechender Vertrag unterzeichnet. Insgesamt betrug der Umsatz von Forbo im vorletzten Jahr 1,79 Mrd. Fr.
Basler Kantonalbank: Die Bank bereite sich auf alle möglichen Szenarien im Steuerstreit mit den USA vor. Das erklärte CEO Hans Rudolf Matter in einem Interview mit der Zeitung „Sonntag“. Selbst im schlimmsten Fall werde die BKB keine Staatshilfe benötigen. Sie verfüge über Reserven für allgemeine Bankrisiken von 1,8 Mrd. Fr. Hinweise, dass die USA eine Klage vorbereiteten, hat die Bank bislang nicht erhalten. Matter betonte, die BKB habe nie gezielt US-Kunden angeworben.
Die Bankiervereinigung fordert derweil, dass auf Regierungsebene „umfassende Gespräche“ zur Beilegung des Steuerstreits mit den USA geführt würden. Zur Lösung brauche es eine Intervention auf politischer Ebene, sagte Sprecher Thomas Sutter gegenüber dem „Tages-Anzeiger“. Es handle sich um einen Konflikt zweier Rechtssysteme.
Romande Energie: Die Stimmberechtigten der im Waadtländer Jura gelegenen Gemeinde Sainte-Croix haben dem – redimensionierten – Bau von sechs Windturbinen zugestimmt. Die Anlage soll 6000 Haushalte mit Strom versorgen.
Cytos: Das Biotechnologie-Unternehmen hat durch das Zürcher Obergericht grünes Licht für die Restrukturierung seiner Wandelanleihe erhalten. Der seit 3. Februar suspendierte Handel soll am 10. Februar mit Berücksichtigung des aufgelaufenen Zinses wieder aufgenommen werden. Cytos sieht die Weiterführung des Geschäftsbetriebs dank der Wandelanleihen-Restrukturierung bis auf weiteres als gesichert.
Glencore: Der in Baar ansässige Rohstoffhandels- und Minenkonzern und sein Zuger Branchennachbar Xstrata scheinen es eilig zu haben. Bereits am Dienstag könnten die Konditionen des Zusammenschlusses bekannt werden, vermuten von Nachrichtenagenturen zitierte Kreise. Glencore hält bislang 34% des Kapitals von Xstrata. Angestrebt wird eine Fusion durch Aktientausch (Merger of Equals). Zusammen würden die beiden die weltweit viertgrösste Bergbaugruppe bilden.
Ratings und Kursziele
| Straumann: | Jefferies senkt das Rating von Buy auf Hold. | |
| Nobel Biocare: | Jefferies senkt das Rating von Buy auf Hold. | |
| Zurich FS: | Barclays reduziert das Kursziel von 268 auf 265 Fr. | |
| Swiss Re: | Barclays reduziert das Kursziel von 69.30 auf 68.80 Fr. | |
| Nestlé: | Barclays hebt das Kursziel von 55 auf 55.50 Fr. | |
| ABB: | UBS senkt das Rating von Buy auf Neutral. | |
Charttechnik
SMI
Das rechnerische Kursziel der am Mittwoch gestarteten kurzfristigen Aufwärtsbewegung ist erreicht. Ebenfalls ist die Situation im kurzfristigen Bereich etwas überkauft (Pfeil). Aufgrund dieser Ausgangslage dürften während der nächsten Handelsstunden Gewinnmitnahmen bis in den Bereich knapp oberhalb 6100 anstehen. Um das seit drei Tagen bestehende Aufwärts-Setup zu halten, darf der SMI Index die ebenfalls auf diesem Niveau lokalisierte Unterstützung nicht unterschreiten.
Investieren Sie 20 Sekunden Zeit und nehmen Sie heute Morgen unter http://www.surveymonkey.com/s/VGZNX3Z an unserer aktuellen Sentimentumfrage teil. Beachten Sie zudem unsere Handelsideen im Rooster.

Ausblick Geldpolitik - Transparenz vs. Konzepte
Am 25. Januar hatte die US-Notenbank angekündigt, sie werde wahrscheinlich bis weit in das Jahr 2014 ausserordentlich niedrige Zinsen gewährleisten. Ein Schritt, der die Märkte überraschte und nicht auf ungeteilte Zustimmung stiess. So kritisierte Charles Plosser, der Präsident der Federal Reserve Bank of Philadelphia, in einer am 1. Februar gehaltenen Rede dieses Vorgehen. Das Fed habe die Geldpolitik an den wirtschaftlichen Entwicklungen und nicht am Kalender auszurichten.
Die Ankündigung ist allerdings auch ein weiterer Schritt Richtung erhöhter Transparenz der Geldpolitik. In den vergangenen Jahren hat die US-Notenbank mehrere Massnahmen ergriffen, um ihre Entscheide transparenter zu machen. Sie reichen von der häufigeren Veröffentlichung wirtschaftlicher Projektionen bis zur Einführung von Pressekonferenzen nach Zinsentscheiden. Der Trend zu einer offeneren Kommunikation setzt sich bei allen führenden Notenbanken durch. Ihre Vertreter müssen Red und Antwort stehen, und auf der Website der Notenbank sind enorme Datenmengen und Informationen finden. Das steht in starkem Kontrast zum Verhalten der Notenbank vor wenigen Jahrzehnten, als sie manchmal den Eindruck einer geheimbündlerischen Organisation hinterliess. Es fragt sich allerdings, ob diese neue Transparenz weiterhilft. Denn die Informationsflut geht einher mit einer zunehmenden Konzeptionslosigkeit. Es ist schwierig zu sehen, woran die Geldpolitik ausgerichtet ist. Monetarismus? Keynesianismus? Steht die Finanzstabilität im Vordergrund? Welche Rolle spielt das Wechselkurssystem? In den Zeiten des Goldstandards waren die Spielregeln recht klar. Dafür war die Kommunikation dürr. Heute ist es umgekehrt.
USA – garantierter Mindestsatz bis 2014 oder grandioses Missverständnis?
Quelle: invest.ch / St. Louis Fed
Die letzten zwei Ausgaben des FuW-Reports:
Freitag, 3. Februar 2012
Donnerstag, 2. Februar 2012
Disclaimer
Diese Publikation dient ausschliesslich der Information.
Copyright © Verlag Finanz und Wirtschaft AG Disclaimer
Redaktion: fuw-report@invest.ch - Verlag: report@fuw.ch
Wirtschaft
- 08:17Julius Bär rechnet mit Strafzahlung in den USA
- 06:42Bundesrat soll in US-Steuerstreit eingreifen
- 21:31Kreditgeber stellen Athen Ultimatum bis Mittag
- 04.02.2012«Sie hätten wissen sollen, dass es illegal ist»
- 04.02.2012Migros-Direktorin Girgis tritt ab und kandidiert für das Präsidium
- 04.02.2012Das Wort Insolvenz ist wieder da
Emil Frey AG Autocenter Bern
Geniessen sie die Strasse mit dem neuen Subaru XV. Nur im Emil Frey Autocenter Bern.


