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«Lieber Belinda I als Martina II»

Von Adrian Ruch. Aktualisiert am 13.07.2009

Belinda Bencic gilt als grösstes Nachwuchstalent im Schweizer Tennis. Derzeit spielt die 12-Jährige an der Schweizer Junioren-Meisterschaften in Thun.

Volle Konzentration: Belinda Bencic (Ried Wollerau) hat  schon mit 12 Jahren die Einstellung einer Spitzensportlerin.

Volle Konzentration: Belinda Bencic (Ried Wollerau) hat schon mit 12 Jahren die Einstellung einer Spitzensportlerin. (Bild: Walter Dietrich)

7 Matchbälle gegen sich

Belinda Bencic (N4.52) wäre am Donnerstag im Viertelfinal beinahe gescheitert. Im dritten Satz musste sie gegen Chiara Frapolli (R2) bei 3:5 vier und bei 4:5 drei weitere Matchbälle abwehren. Letztlich setzte sich die Favoritin 4:6, 6:2, 7:5 durch.

Die Handschrift von Melanie Molitor ist deutlich zu erkennen: Belinda Bencic schlägt den Ball oft schon kurz nach dessen Bodenkontakt, sie zielt nicht auf die Linien, sondern spielt mit etwas Sicherheitsmarge, und sie platziert die Filzkugel so, dass es für ihre Gegnerin unangenehm ist. Kein Wunder, wird die 12-Jährige gerne mit Molitors Tochter Martina Hingis verglichen. Das schmeichle ihr zwar, meint die Schwyzerin, aber sie wolle nicht Martina II, sondern Belinda I sein.

Hingis gewann einst mit 12 das Juniorinnenturnier des French Open. So weit ist Bencic nicht, doch sie ist auch gut, sehr gut sogar. In ihrer Alterskategorie ist sie in Europa die Nummer 1, und auch internationale U14-Turniere hat sie bereits gewonnen. Derzeit bestreitet sie im Berner Oberland die Schweizer Meisterschaft. Zweimal ist sie U12-Meisterin geworden, nun tritt sie bei den 14-Jährigen an – und ist als Nummer 1 gesetzt.

Viel Training, gute Noten

Die Erfolge des zierlichen Mädchens kommen nicht von ungefähr. Vor sechs Jahren lebte die Familie Bencic während sechs Monaten in der Bollettieri-Akademie in Florida. «Dort wurde Belinda mit dem Tennisvirus infisziert», erzählt Vater Ivan. Heute steht Belinda täglich drei Stunden auf dem Tennisplatz, dazu kommen anderthalb Stunden Alternativtraining. Kondition und Koordination werden durch Inlineskaten, Schwimmen, Reiten, Waldlauf, Fussball und vieles mehr gefördert. Weil sie in der Schule einen Notendurchschnitt von 5,2 aufweist, darf sie einige Lektionen auslassen. Was gefällt ihr am Tennis besonders? «Alles», sagt sie mit leuchtenden Augen, «aber vor allem das Spielen um Punkte.» Belinda war schon immer erfolgsorientiert. Als Zweieinhalbjährige schlug sie mit dem Vater auf dem Garagenplatz Bälle. «Rekörderlis» wurde gespielt, das heisst, gezählt, wie oft die Kugel hin und her flog, ohne dass jemandem ein Fehler unterlief.

Der Ehrgeiz steckt in den Genen der schweizerisch-slowakischen Doppelbürgerin. Vater Ivan Bencic, ein ehemaliger Nationalliga-Eishockeyaner, fördert seine Kinder – der 9-jährige Brian ist national die Nummer 2 in seinem Jahrgang und ein talentierter Eishockeyaner –, aber er fordert auch viel. Im Winter steht Belinda einmal wöchentlich mit drei anderen Mädchen und 20 Buben auf dem Eis. Sie soll einstecken, sich durchsetzen lernen, «keine Tussi werden», wie der Vater sagt. Eishockey gehörte ursprünglich nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen des Tennistalents, doch mittlerweile spielt sie gern Eishockey und hat die Einstellung des Vaters verinnerlicht. Stürzt sie beim Sport, wird nicht geweint, sondern das Blut abgewischt und weitergemacht.

Vier grosse Vorteile

Ivan Bencic arbeitet reduziert als Versicherungsmakler. Mindestens ein Elternteil ist an den Turnieren der Tochter immer dabei. Belindas Karriere ist ein Familienprojekt. «Wir sind fast immer mit unseren Kindern zusammen, das ist unser Luxus», sagt der Vater. Er weiss, dass längst nicht alle den Sprung an die Weltspitze schaffen, und doch sieht er für Belinda viele Vorteile: «Erstens lungert sie nicht auf der Strasse herum, zweitens hat sie bereits einen Beruf, weil sie später Tennislehrerin werden kann, drittens wird sie gute Chancen haben, an einer amerikanischen Universität ein Sportstipendium zu bekommen, und viertens kann sie in die Top 10 kommen – derzeit sind wir auf dem Weg zu viertens.»

Wie geht Belinda mit den nicht zu vermeidenden Niederlagen um? «Sie sind kein Weltuntergang», antwortet sie, «traurig bin ich aber schon, vor allem, wenn ich hätte gewinnen können.» Und wem eifert sie nach? Sie finde viele gut, sagt Belinda Bencic und zählt auf: «Federer, die Williams-Schwestern, Safina – einfach jene, die vorne sind.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.07.2009, 12:56 Uhr

Programm & Resultate

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Internationaux de Strasbourg
22.05EndeCadantu - Schiavone1:6 2:6
Open de Nice Côte d’Azur
22.05EndeLacko - Tomic2:6 3:6
Power Horse World Team Cup, Red Group
22.05EndeBerdych - Roddick6:1 6:2
Power Horse World Team Cup, Blue Group
22.05EndeTipsarevic - Jr.6:1 6:3
Roland Garros, Qualification
22.05EndeTeixeira - Chiudinelli6:2 7:5
Stand: 22.05.2012 19:20
Scoreboard
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Super League
20:15Basel - Young Boys
20:15Thun - FC Zürich
20:15Lausanne - Grasshoppers
20:15Sion - Luzern
Stand: 21.12.2011 06:00
Scoreboard
Brussels Ladies Open
23.0511:30Radwanska - Tsurenko
Internationaux de Strasbourg
23.0515:30Lucic - Schiavone
Open de Nice Côte d’Azur
23.0514:30Isner - Malisse
23.0516:45Kukushkin - Tomic
Roland Garros, Qualification WTA
23.0512:30Chan - Sadikovic
Stand: 22.05.2012 18:49
Scoreboard
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GP Monaco
14:00Training
Stand: 23.05.2012 07:08
Scoreboard
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