Über 15'000 «beten» für den Winter
«Erwartungen deutlich übertroffen»
Das OK zeigte sich nach dem «Pray4Snow» höchst zufrieden. Die Verantwortlichen des Grossanlasses schätzten die Anzahl Besucherinnen und Besucher auf über 15000 Personen. «Das übertrifft unsere Erwartungen bei weitem», sagte die Medienverantwortliche Patrizia Stucki. Das Konzept mit den Partys im Burgsaal habe sich bewährt. «Wir konnten das Partyvolk auf diese Weise etwas von der Innenstadt fernhalten», vermutet Stucki.
Am Freitag zählte das OK im Burgsaal 400, am Samstag 1000 Eintritte. Die Partys waren aber nicht die einzige Neuerung: Die Organisatoren schalteten dieses Jahr zum ersten Mal eine Liveübertragung im Internet, die 1300 Leute verfolgten. Ebenfalls neu waren die Supporterpins, die überall vor Ort verkauft wurden. 400 Leute erwarben sich für einen Fünfliber einen solchen Pin – als Zeichen ihrer Sympathie für den Anlass. «Dies zeigt uns, dass dieser bei den Leuten gut angekommen ist», freut sich Stucki.
Negative Vorfälle blieben offenbar fast gänzlich aus. Lediglich am Samstagabend gab es auf dem Mühleplatz eine Schlägerei. Als die Polizei anrückte, hatte sich die Situation allerdings bereits beruhigt. Auch sonstige Scharmützel wie Sachbeschädigungen seien nicht bekannt. «Das Fest verlief ohne nennenswerte negative Vorfälle», bestätigte Thuns Polizeichef Hermann Jutzi auf Anfrage. Einen bitteren Nachgeschmack dürfte das «Pray4Snow 2009» aber für einen jungen Fahrer haben: Bei einer Aktion auf der acht Meter hohen Rampe auf dem Mühleplatz stürzte er und zog sich eine Hirnerschütterung zu. Er wurde ins Spital Thun gebracht.
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Das Partyvolk war am Wochenende nicht mehr zu bremsen: Die jungen Wilden aus dem In- und Ausland zeigten in Thun Akrobatisches auf einem oder zwei Brettern, Tausende Schaulustige, Szenegänger und Winterfans fanden sich zum 9.«Pray4Snow»-Event ein, um Spektakel zu erleben. Die Snowboard- und Skiwettbewerbe auf der Rampe auf dem Mühleplatz waren nur der Vorname dessen, was von Donnerstag bis Samstag an Unterhaltung geboten wurde.
Qual der Wahl für Besucher
Die Besucherinnen und Besucher hatten buchstäblich die Qual der Wahl. «Gehen wir zum Konzert auf dem Mühleplatz? Zur Party im Burgsaal? Oder doch auf die Mühlebrücke zum Einkaufen?», fragten sich Tausende Vergnügungswillige. Fast überall, wo es das grösstenteils jugendliche Publikum hinzog, war Party angesagt. Die stillen Geniesser unter ihnen fanden ihren Höhepunkt an den Konzerten von Loose Connection, der Deliahs oder von Disgroove auf dem Mühleplatz.
Partys waren gut besucht
Andere zogen dagegen die Tanzfläche und DJ-Musik vor: Am Freitag und am Samstag stieg im Burgsaal jeweils eine Fete. Davon profitierten auch die ganz Jungen. Am Freitag galt: Zutritt ab 16 Jahren, am Samstag ab 18. Der Alkohol floss in Unmengen. Am Samstag platzte der Burgsaal aus allen Nähten. 1000 Jugendliche holten sich den Eintrittsstempel. Das Chaos wurde perfekt, als die Sause sich dem Ende zuneigte: Vor der Kleidergarderobe herrschten Zustände wie in einem aufgescheuchten Ameisenhaufen. Der unüberblickbare Jacken- und Menschensalat war nichts für schwache Nerven. Trotz organisatorischer Schwierigkeiten blieb der Grossteil der Partygänger aber friedlich.
Preisgeld für die Besten
Während manch einer seinen Geldbeutel zwecks Alkoholkonsum bis aufs Äusserste strapazierte, strichen die besten Snowboarder und Skifahrer Preisgelder ein. Den Gewinnern sowie dem Zweit- und Drittplatzierten der beiden Disziplinen winkten Belohnungen von 200 bis 500 Franken. Bei den Contests zog sich nur ein Fahrer eine gröbere Verletzung zu. Andere Blessuren wie Schnittwunden und Prellungen konnten von der Sanität vor Ort behandelt werden.
Auf der Mühlebrücke drehte sich indes alles um die populärsten Kleider- und Ausrüstungsmarken der Wintersportszene. Die Brücke verwandelte sich für drei Tage in eine Art kulturelle Flaniermeile. Sie repräsentierte zugleich den Charakter des Grossanlasses: Abgesehen von den Partys im Burgsaal herrschte am diesjährigen «Pray4Snow» in Thun nämlich ausgelassene Feierstimmung. (Berner Zeitung)
Erstellt: 23.11.2009, 10:42 Uhr
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