Vaporama-Dampfwalze auf A1
Neuer Standort
Neuer Standort Die Dampfmaschinen des Vaporamas Thun werden von der Stiftung Dampfzentrum Winterthur (in Gründung) übernommen. In der Halle 181 auf dem ehemaligen Sulzer-Areal werden die Maschinen gelagert und provisorisch ausgestellt. Roger Waller, Geschäftsleiter der Dampflokomotiv- und Maschinenfabrik (DLM) AG, erklärt das Projekt : «Geplant ist eine offene Fabrik mit der DLM als produzierendem Betrieb und einem historischen Teil, der unter anderem die Sammlung Vaporama enthält. Es sollen möglichst viele Dampfmaschinen in Betrieb gezeigt werden.» Die DLM entstand im Jahr 2000 aus der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) in Winterthur. Sie hat sich auf wirtschaftliche und umweltfreundliche Dampflokomotiven und Dampfmaschinen spezialisiert und, noch zu SLM-Zeiten, die neuen Dampflokomotiven der Brienz-Rothorn-Bahn entwickelt und gebaut.
Die Sammlung Vaporama besteht hauptsächlich aus historisch wertvollen, aber in der Öffentlichkeit kaum bekannten Industriedampfmaschinen. Diese Exponate sollen im Dampfzentrum Winterthur durch die weit populäreren Dampflokomotiven und Dampfwalzen ergänzt werden.
Bis die Ausstellung fertig sei, werde es noch rund drei Jahre dauern, sagt Roger Waller. «Damit das Projekt nicht in Vergessenheit gerät, werden wir schon vorher Führungen für Gruppen machen und öffentliche Dampftage organisieren.» tku
www.dampfzentrum.ch
www.dlm-ag.ch
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Das Vaporama in Thun leert sich allmählich. Weil in Thun kein geeigneter Standort für ein Dampfmaschinenmuseum gefunden werden konnte und zu wenig finanzielle Mittel vorhanden waren, entschied der Stiftungsrat des Vaporamas, das Sammelgut den Händen der neuen Stiftung Dampfzentrum Winterthur zu übergeben. Am Samstag verliess die Dampfwalze, welche die Frutiger AG vor über 25 Jahren dem Vaporama geschenkt hatte, die Sammlung in Thun. Die Firma Frutiger legte mit der Walze den Grundstein zur späteren Sammlung in Thun.
15 Tonnen bewegen
Früh am Morgen wird das Verladen der Walze in Angriff genommen. Alles geschieht unter der fachmännischen Anleitung von Werner Steiner, der die Maschinen als Mechaniker über 30 Jahre lang instand gehalten, bei Bedarf geflickt und in unzähligen Stunden Arbeit restauriert hat. 15 Tonnen wiegt die Walze, und es scheint fast unvorstellbar, dass sie auf den Sattelschlepper geladen werden kann.
Doch erstaunlich behände machen der Chauffeur Mario Ziegler und Werner Steiner das Unmögliche möglich. Mit dem Stapler ziehen die Männer die Walze aus der alten Kutscherei des Schlosses Schadau, wo sie bis jetzt untergebracht war. Ziegler hat zuvor das Zugfahrzeug vom Aufleger gelöst, fährt mit diesem hinter die Walze und stösst sie mit einer Schubstange auf den Aufleger hinauf. Um die Walze auf dem Aufleger in die richtige Position zu bringen, nutzen die Männer die Hebelkraft. Mit schweren Eisenstangen, die sie unter den Walzenrädern ansetzen und nach unten drücken, stossen sie die Walze Zentimeter für Zentimeter auf dem Anhänger an ihren Platz. Damit sie während des Transports nicht verrutscht, wird die Dampfwalze mit Hölzern unterlegt und mit dicken Spannsets festgezurrt. Dann geht es los in Richtung Winterthur. Unterwegs hält Ziegler auf der Raststätte in Münsingen und kontrolliert, ob die Maschine auch wirklich gut befestigt ist.
Alles sitzt, und so geht die Fahrt weiter auf die A1 in Richtung Winterthur. Dort warten bereits einige Dampffans vor der Fabrikhalle 181 auf dem ehemaligen Sulzer-Areal, wohin die Maschinen des Vaporamas nun gebracht werden. «Viele Dampfmaschinen wurden hier produziert. Im weitesten Sinne könnte man sagen, dass sie jetzt wieder heimkommen», stellt Roger Waller, Technischer Leiter des Vereins Dampfzentrum Winterthur, fest. Obwohl gerade diese Dampfwalze nicht in Winterthur, sondern 1923 in Darmstadt in Deutschland gebaut worden sei. Beim Abladen der Maschine wird gleich vorgegangen wie beim Aufladen. Doch diesmal soll das Zugfahrzeug die Maschine vom Auflader ziehen. Als die 15 Tonnen erst einmal in Bewegung sind, geht es wieder ganz schnell. Fast ein bisschen zu schnell, sodass die Herumstehenden kurz befürchten müssen, dass die Dampfmaschine in das Zugfahrzeug prallt. Doch auch hier zeigt sich, dass Werner Steiner, der auf der Maschine die Bremsen bedient, und Mario Ziegler Profis sind. Geschickt weicht Ziegler mit dem Zugfahrzeug zurück, während Steiner die Bremsen in Windeseile anzieht und die 15 Tonnen sicher zu Boden bringt.
Im neuen Zuhause angelangt
«Ich überlege mir immer zweimal, was ich mache, wenn ich es mit so schweren Maschinen zu tun habe», erklärt Steiner nach dem Abladen. Dann sei es auch nicht gefährlich. Jetzt wird die Dampfmaschine wieder mithilfe eines Staplers in ihr neues Zuhause in der Fabrikhalle in Winterthur gezogen. Da steht sie nun inmitten von anderen Dampfmaschinen.
Für die Frage, ob er es nicht bedaure, dass die Maschinen nach Winterthur gebracht werden, hat Werner Steiner nur ein Schulterzucken übrig. Es sei gut, dass die Maschinen hier ein neues Zuhause hätten. «Aber ja. Ein bisschen wehmütig bin ich schon», gibt Steiner dann zu. Jetzt müsse er aber zurück nach Thun. Dort warten viele weitere Dampfmaschinen darauf, die Reise in ihr neues Zuhause anzutreten. (Berner Zeitung)
Erstellt: 13.09.2011, 08:07 Uhr
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