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Sponsoren für Kulturstätte «Les Arts Gstaad» gesucht
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Es war einst die Idee des Klassik-Festival-Gründers Lord Yehudi Menuhin «drinnen in einem Berg sollen in Gstaad die erhabensten Konzerte stattfinden». Rudi Ricciotti (58), ein in Algerien geborener Architekt mit internationalem Ruf, hat diese Idee auf seine Art umgesetzt. Als Ersatz für das weisse Festivalzelt schlägt der Fachmann einen schlichten, schwach wellenförmigen Kubus mit Holzverkleidung vor (siehe Ausgabe vom Samstag.)
Mit dieser Idee gewann Ricciotti den Architekturwettbewerb gegen 21 Mitbewerber einstimmig. In der neuen Kunsthalle – geplant sind ein Konzertsaal mit 1400 Plätzen und Ausstellungsräume – direkt am Gstaader Bahnhof sollen Wechselausstellungen hochkarätiger Künstler, Konzerte mit international renommierten Ensembles und vielfältige Begegnungen stattfinden.
Die grosse Freude
«Wir feiern heute den Sieger unseres Architekturwettbewerbs, Rudy Ricciotti und sein Team.» So begrüsste Kappeler als Präsident der Stiftung «Les Arts Gstaad» am Freitag die gut 60 Gäste im Gstaad-Palace zum nächtlichen Dinner. Der renommierte Ricciotti, er erschuf schon viele eindrückliche Bauten, war durch ein Teammitglied, den Architekten Philippe Warrand, vertreten. «Mit dem Wettbewerbssieger ist ein gewichtiger Meilenstein auf dem langen Weg von der Vision zum konkreten Kultur- und Begegnungszentrum gesetzt», wandte sich Kappeler an seine Gäste.
Über eine Million Franken hätten die Sponsoren bereits gespendet und damit die bisherigen Aufwände gedeckt, verdankte Kappeler als einer der «Les Arts»-Initianten die Grosszügigkeit der Sponsoren. Jetzt heisse es vorwärts schauen. Und er fragte in die illustre Runde: «Bringen wir die notwendigen Mittel mit der Privat-Finanzierung zusammen?» Diese werde «hier und jetzt offiziell gestartet», freute er sich auf neue Gelder. Denn: «Das Projekt ist ambitiös, die Euphorie gross, der Optimismus grenzenlos.»
Als Präsident wolle er auch auf mögliche Hürden hinweisen. «Es gilt, die Bevölkerung zu überzeugen, dass das Kulturzentrum für den nachhaltigen Tourismus unabdingbar ist!» Nur dann werde die Mehrheit des Stimmvolks der Terrain-Erschliessung, dem Überbauungsplan und der Umzonung des Geländes zustimmen. Die Gefahren «Verzögerung oder gar Verhinderung durch Einsprachen auf jeder Stufe» seien da. Er ermunterte die Anwesenden, Überzeugungsarbeit zu leisten und die notwendigen Mittel zu beschaffen. Mit «möge im Sommer 2015 das erste Konzert im neuen Konzertsaal stattfinden» hob Jacques Markus Kappeler das Glas auf das Gelingen des Grossprojektes.
Die hochkarätige Kunst
In drei Jahren möchte Tourismusdirektor Roger Seifritz das erste Konzert im neuen Kulturzentrum geniessen. «Les Arts Gstaad ist ein ausserordentliches und spannendes Projekt», freut er sich und hofft, «dieses Jahrhundertprojekt öffne seine Türen genau 100 Jahre nach der Eröffnung des Gstaader Palace Hotel, nämlich 2013». Das Kulturprojektsei für die Region ein Meilenstein. Hochkarätige Kunst bedeute Unabhängkeit von Wetter und Klima. «Mit den Elementen Kunst, Musik und Begegnung könnte ‹Les Arts Gstaad› so etwas wie das Kultur- und Kongresszentrum Luzern KKL oder die Kulturstätten Beyeler in Basel und Gianada in Martiny werden», so Seifritz.
Die mahnende Politik
Weniger euphorisch bewertet die Politik das neue Kulturzentrum. Eine Woche vor der Bekanntgabe des Wettbewerbsiegers mahnte der Saaner Gemeinderat: «Der Wettbewerb ist noch kein Ja zum Projekt.» Das 6400 Quadratmeter-Terrain in der Wohnzone mitten in Gstaad und direkt hinter dem Bahnhof sei ein attraktives Baugebiet «und stellt hohe Anforderungen an die Planung.» Mit diesen Aussagen dürfte die Diskussion um den Nutzen des gemeindeeigenen Grundstücks lanciert sein...
(Berner Oberländer)
Erstellt: 08.02.2010, 08:31 Uhr
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