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Body-Scanner, Kameras und Null-Toleranz

Von Marc Imboden. Aktualisiert am 01.04.2011 19 Kommentare

Punkto Sicherheit soll die ganze Schweiz ab dem 9. Juli nach Thun schauen: Mit Body-Scannern und einem Null-Toleranz-Konzept soll das neue Fussballstadion Massstäbe setzen.

Die Arena Thun: Die Arbeiten am Bodenbelag sind zurzeit im Gang. Nach der Eröffnung am 9. Juli soll die Arena Thun das sicherste Fussballstadion der Schweiz sein.

Die Arena Thun: Die Arbeiten am Bodenbelag sind zurzeit im Gang. Nach der Eröffnung am 9. Juli soll die Arena Thun das sicherste Fussballstadion der Schweiz sein.
Bild: Patric Spahni

Arena Thun

In den Schweizer Fussball-Stadien gilt ein generelles Rauchverbot. Doch das ist graue Theorie. Wer sich eine Zigarette anzündet oder überzeugt ist, seine Umgebung bei jedem Goal der eigenen Mannschaft mit Zigarrenqualm vernebeln zu müssen, hat keine Konsequenzen zu befürchten. Insofern führt die Arena Thun AG keine neue Regel ein.

«Wir setzen aber alles daran, die bestehende umzusetzen», sagte CEO Alain Kappeler. «Tabak und Sport – das passt einfach nicht zusammen», betonte er. «Wer bei uns raucht, wird freundlich, aber unmissverständlich aus dem Stadion hinaus begleitet und für die restliche Dauer des Spiels nicht wieder hinein gelassen», sagte Kappelers Sicherheitschef Raymond Parmentier. «Unser Ziel ist schliesslich ein Null-Risiko-Stadion», schob Kappeler nach. «Da Passivrauchen ein gesundheitliches Risiko darstellt, ist es nur konsequent, den Tabak aus dem Stadion zu verbannen.»

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Geduld braucht, wer die Heimspiele des FC Thun im neuen Stadion live miterleben will. Künftig werden alle Besucher mit einem Scanner eingehend auf verbotene Gegenstände wie Pyro-Fackeln überprüft. Alain Kappeler, CEO der Arena Thun AG, bestätigte entsprechende Recherchen dieser Zeitung. «Wir wollen ein Zeichen gegen die Gewalt im Fussball setzen», sagte er. «Unser Ziel ist ein Null-Risiko-Stadion. Um es zu verwirklichen, rechnen wir mit Anfangsinvestitionen in zweistelliger Millionenhöhe.»

Warten für die Sicherheit

Die Verantwortlichen der Stadion-Betreiberin sind sich bewusst, dass die Einführung von Scannern nicht bei allen Matchbesuchern auf Gegenliebe stossen wird. «Dass Unruhestifter daran keine Freude haben, ist logisch und beabsichtigt», sagt Raymond Parmentier, Leiter der Abteilung Sicherheit. «Uns ist aber auch klar, dass sich die friedlichen Besucher fragen werden, warum sie diese Prozedur über sich ergehen lassen müssen.» Die Wartezeiten werden bis zu einer Stunde betragen, wenn das Stadion ausverkauft ist und fünf Scanner zum Einsatz kommen. «Wir wissen, dass das lang ist. Auf der anderen Seite erhalten die Besucher einen Gegenwert: das Bewusstsein, sich nicht vor gewalttätigen Rabauken fürchten zu müssen.»

Es gibt einen weiteren Grund, weshalb die Scanner auf Ablehnung stossen werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass Security-Leute das Prozedere bei jungen Frauen absichtlich in die Länge ziehen, um sie länger anstarren zu können. Parmentier betont aber, dass die Intimsphäre der Besucher nicht verletzt werde. «Die soeben angesprochene Untersuchung bezieht sich ausdrücklich auf Nackt-Scanner. Bei diesen Geräten sieht man die Menschen auf dem Bildschirm so, als ob sie tatsächlich nackt vor einem stehen würden.»

An den Eingängen der Arena Thun werde das aber nicht der Fall sein. «Wir verwenden keine Nackt-, sondern Body-Scanner. Der Unterschied ist gewaltig: Beim Body-Scanner sieht der Security-Mann nur einen schemenhaften Umriss des Körper sowie alle Gegenstände, welche die Person auf oder in sich trägt.» Mit anderen Worten: Die bildhübsche junge Frau sieht auf dem Bildschirm nicht viel anders aus als der übergewichtige ältere Herr.

Big Brother sieht alles

Als weitere Gewaltpräventionsmassnahme wird jeder Winkel im Zuschauerbereich der Thuner Fussball-Arena von hochauflösenden Kameras überwacht. «Die Besucher werden bereits im Zugangsbereich darauf hingewiesen, dass sie gefilmt werden. Wir erhoffen uns davon eine abschreckende Wirkung», sagte Sicherheitschef Parmentier weiter. «Wenn es einigen Unverbesserlichen trotz der Scanner gelingt, Pyro-Fackeln ins Stadion zu bringen und zu entzünden, werden wir sie schnell identifizieren können. Das gilt auch für alle anderen Hooligans. Sobald sie das Stadion verlassen wollen, fangen wir sie ab, übergeben sie der Polizei, erstatten Anzeige und verhängen ein Stadionverbot.» Wie lange so ein Verbot dauere, hänge davon ab, wie grob der Regelverstoss ausgefallen sei.

Bier verbannt

Da aller guten Dinge drei sind, wird es in der Thuner Fussball-Arena neben Body-Scannern und totaler Überwachungen noch eine weitere Neuerung geben, die bei vielen Fans für rote Köpfe sorgen wird. «Wir übernehmen die Regel, die bei allen Spielen der Uefa gilt: Es wird keinen Alkohol-Ausschank in unserem neuen Stadion geben», sagte Parmentier. «Alkohol enthemmt, und enthemmte Fans sind deutlich gewaltbereiter als nüchterne.» Der Sicherheitschef ist sich bewusst, dass die Fussball-Anhänger vor den Spielen genügend Zeit haben, um sich das Bier flaschenweise hinter die Binde zu kippen. «Sicher, das können sie. Wer aber betrunken bei der Zutrittskontrolle aufkreuzt, wird von uns sofort wieder nach Hause geschickt.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 01.04.2011, 06:19 Uhr

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19 Kommentare

Tom Liebermann

01.04.2011, 08:10 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Kein Bier am Fussballmatsch? DIES ist mal ein schlechter Aprilscherz... Antworten


Luca Beer

01.04.2011, 08:54 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Ein schlechter 1. April Scherz.... Antworten



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