Abo · Inserate · Wetter: Thun 14°wechselnd bewölkt

Region

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Sparpaket stellt bis zu 510 Pflegestellen in Frage

Aktualisiert am 20.06.2011 45 Kommentare

Das Entlastungspaket der bernischen Regierung enthält zahlreiche brisante Vorschläge. So steht eine Kürzung zur Diskussion, die zum Abbau von bis zu 510 Stellen im Pflegebereich führen könnte.

Die Kosten der Spitäler bestehen bis zu 70 Prozent aus Personalkosten.

Die Kosten der Spitäler bestehen bis zu 70 Prozent aus Personalkosten.
Bild: Colourbox

Spitex-Vorstand «reibt sich die Augen»

In einer Stellungnahme zum Sparpaket wirft der Spitex-Verbandsvorstand der Regierung vor, damit den Grossen Rat zu desavouieren.

Das Sparpaket der Regierung sehe vor, die Spitex-Patienten im Kanton Bern ab Januar 2012 mit 20 Millionen Franken an den Leistungen zu beteiligen. Das widerspreche einem Entscheid des Grossen Rats vom 8. September vergangenen Jahres. Damals habe das Kantonsparlament der Regierung in dieser Frage eine deutliche Abfuhr erteilt.

«Nur neun Monate später bringt die gleiche Regierung im neuen Sparpaket die gleichen Vorschläge zu Kosteneinsparungen in der Spitex», empört sich der Vorstand.

Der Spitex Verband Kanton Bern lehne eine Patientenbeteiligung für Spitex-Leistungen aus volkswirtschaftlichen Gründen ab. Denn Einsparungen im Spitex-Bereich trieben die Kosten im stationären Bereich in die Höhe, heisst es in der Mitteilung. sda

Artikel zum Thema

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Der Abbau von 510 Stellen schätzt die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF). Der Staatshaushalt soll um rund 72 Millionen Franken entlastet werden, indem die GEF die «Versorgungsplanung Variante optimiert» umsetzt. So wird die Massnahme in einer Auflistung des Kantons Bern umschrieben.

Dabei geht es darum, die Tarife an die Akutspitäler um 10 Prozent zu kürzen. Das werde den Spardruck auf die Spitäler «signifikant» erhöhen, räumte GEF-Stabschef Jean-Philippe Jeannerat auf Anfrage ein. «Wir rechnen, dass das zu einem Abbau von bis zu 510 Stellen führen könnte.»

Schliesslich bestünden die Kosten der Spitäler zu 60 bis 70 Prozent aus Personalkosten. Eine Tarifkürzung im vorgesehenen Ausmass könne deshalb kaum ohne Folgen fürs Personal bleiben.

Regierungspräsident Bernhard Pulver wies vor den Medien darauf hin, dass der Kanton Bern den Tarif auf das Niveau des Kantons Zürich senken wolle. Jeannerat machte in diesen Zusammenhang auf die unterschiedlichen Voraussetzungen aufmerksam.

Das Berner Territorium sei spitaltechnisch deutlich schwieriger abzudecken als das zürcherische; es sei weniger homogen. So oder so: Jede Spitaldirektion müsse sich nun fragen, wie sie sparen könne. Dabei könne es zum Beispiel auch um verstärkte Kooperation mit anderen Spitälern gehen.

Ganz überraschend sind die Pläne der Regierung nicht. Schon in der Versorgungsplanung 2011-14 wurde darauf hingewiesen, dass die Kosten für die somatische Akutversorgung im Kanton Bern über dem Schweizer Durchschnitt liegen.

«Vergleicht man unter den Uni-Kantonen, so ist der Kanton Zürich der kostengünstigste Kanton, Bern liegt an zweiter Stelle, wobei er in der Spitalversorgung etwa 12 Prozent höhere Kosten pro Kopf der Bevölkerung aufweist.» Dieser Unterscheid sei «sehr hoch» und weise auf «Möglichkeiten zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit» hin. (cls/sda)

Erstellt: 20.06.2011, 17:49 Uhr

45

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

45 Kommentare

Dominik Fitze

20.06.2011, 13:54 Uhr
Melden 15 Empfehlung

Unglaublich - erneut spart der Kanton bei der Bildung. Wir sollten es wirklcih besser wissen: Wer bei der Bildung spart, zerstört unsere Zukunft! Antworten


Jonathan Grundig

20.06.2011, 13:53 Uhr
Melden 12 Empfehlung

Bitte konsequent bei Angeboten einsparen die hauptsächli diejenigen Gemeinden betreffen, die diesen unseligen Steuersenkungen zugestummen haben. Antworten