Feng Shui statt Schulhausmief
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Die Wände im renovierten Schulhaus erstrahlen in frischem Weiss. Doch es ist nicht das sterile Weiss der Spitäler, das so kalt ist, dass es die Augen schmerzt. «Wir haben etwas rote Farbe dazugemischt», sagt Ute Born, Feng-Shui-Beraterin aus Wattenwil. In dieser Lehre steht Rot für Herz und Herzenswärme. Ute Borns Ziel war, im Schulhaus eine fröhliche Stimmung für Lehrpersonen und Schüler zu schaffen. Und da darf die Herzenswärme nicht fehlen.
Doch in einer Schule gibt es mehr, was wichtig ist: Aufmerksamkeit gehört etwa dazu, Ruhe, Wachstum, Anregung, Anerkennung und Tiefgründigkeit. Für jeden Zustand gibt es im Feng-Shui eine Farbe und eine Form, und so finden sich im ganzen Schulhaus an den Wänden geometrische Formen: Kreise, Quadrate, stehende und liegende Rechtecke, die sich nach einem bestimmten Muster wiederholen. Bevor Ute Born festlegte, wo sie welche Form anbringen würde, sprach sie mit den Lehrern. «Ich wollte wissen, welche Bedürfnisse die Benutzer haben und wie die Geschichte des Gebäudes aussieht.»
Erstmals in der Region
Dass Feng-Shui-Prinzipien bei der Sanierung einer Schule eine so wichtige Rolle spielen, ist in der Region absolut neu. «Es war unser Bauverwalter Thomas Schuler, der die Idee an einer Sitzung der Bau- und Planungskommission einbrachte», sagt Gemeinderat Markus Wildisen, zuständig für den Hochbau in der Gemeinde. «Es brauchte zuerst Überzeugungsarbeit – doch heute steht die ganze Kommission geschlossen hinter dem Resultat.» Auch für Architekt Rolf Gerber aus Uetendorf und Bauleiter Daniel Jacobsen war die Zusammenarbeit mit einer Feng-Shui-Beraterin Neuland. Sie hätten sich dadurch in ihrer Arbeit keineswegs gestört gefühlt, sagen die beiden. Ute Born habe einfach einen anderen Aspekt eingebracht.
In Gegensatz zu den Rechtecken, Quadraten und Kreisen sind die anderen Sanierungsarbeiten, die im Primarschulhaus Hagen seit letztem Juli ausgeführt wurden, nicht oder kaum sichtbar.
Das Gebäude ist seither energietechnisch auf den neusten Stand gebracht worden, die Haustechnik wurde erneuert. Zudem gibts unter dem Dach nun einen Raum für Logopädie und Psychomotorik. Auch die Schulküche erfuhr eine Renovation. Eine Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung auf dem Dach ist aber entgegen den Plänen nicht realisiert worden.
Teurer, doch im Rahmen
«Während der Arbeiten entdeckten wir immer wieder Altlasten, etwa beschädigte Unterböden», so Wildisen. Wegen Unvorhergesehenem sei die Sanierung teurer geworden. «Doch der Kreditrahmen von 2,5 Millionen Franken, den die Gemeindeversammlung bewilligt hat, wird eingehalten.»
Denn im Rahmen der Submission seien Offerten gemacht worden, die unter dem Kostenvoranschlag lagen. Auch die Feng-Shui-Beraterin liess den Kredit nicht explodieren. Die Umsetzung des Konzepts kostete die Gemeinde knapp 10000 Franken, was nicht einmal einem halben Prozent der Gesamtkosten entspricht.
Anfang Woche zogen die ersten Schüler in ihr «neues» Schulhaus ein. Sie waren während der Bauarbeiten in anderen Schulräumen in Wattenwil untergebracht. Für Freitag, 18.Juni, ist ein Einweihungsfest geplant, tags darauf gibt es einen Tag der offenen Tür.Marc Imboden
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Erstellt: 27.04.2010, 00:31 Uhr
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