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Dieses Jahr unterschiedlich viel Honig

Aktualisiert am 22.07.2010

Kürzlich sorgte landesweit eine Meldung über massive Ertragsausfälle bei der Honigproduktion für Schlagzeilen. Von bis zu 80 Prozent Ausfällen war die Rede. Doch wie sieht es in der Region Thun und im Oberland aus? «Das ist regional sehr unterschiedlich, einzelne Imker werden ein Superjahr haben», sagt Paul Bühler, Präsident des Vereins Bienenfreunde Thun. Seine eigenen Bienenvölker in Schwanden etwa seien voll mit Honig. Auch in der Region Gantrisch und Schwarzenburg gebe es gute Erträge. «Ein Kollege im Gwatt hingegen klagt über massive Ausfälle», erzählt Bühler. Ein wichtiger Faktor sei die Höhenlage, aber vor allem auch die Umgebung. Gebiete mit intensiver Landwirtschaft seien anfälliger für Ausfälle, intakte Landschaften mit grosser Pflanzenvielfalt seien hingegen kaum betroffen.

Auch Ruedi Ritter, Projektleiter Bienen beim Inforama des Kantons Bern, bestätigt, dass die Honigernte lokal sehr unterschiedlich ausfalle. Der Honig seiner Bienen in Hasle-Rüegsau sei schlecht gewesen, während am Inforamastandort Rütti in Zollikofen der Ertrag gut ausgefallen sei. Gründe für die Ertragsausfälle sieht Ritter vielerorts: «Das Wetter im Frühling war während der Blütezeit an vielen Orten schlecht», erklärt er. Somit hätten die Bienenvölker wenig Zeit gehabt, Nektar zu sammeln. Ein weiteres Problem stellen seiner Ansicht nach die Rottannenläuse im Wald dar, die Melezitose, eine bestimmte Zuckerart, ausscheiden. Die Bienen sammeln diese ein, was jedoch dazu führen kann, dass der Honig bereits in den Waben kandiert und die Imker diesen nicht mehr daraus entfernen können. Auch Krankheiten hätten den Bienen zugesetzt, führt Ritter aus. «Nach dem Befall mit Sauerbrut, einer Krankheit der Bienenlarven, müssen die Waben komplett ersetzt werden. Neue Honigwaben werden im Sommer von den Bienen schlecht ausgebaut», erklärt er.

Schlechte Erträge brachten auch die Bienen vom Zentrum für Bienenforschung der Forschungsanstalt Liebefeld-Posieux. Verena Kilchenmann, Laborantin, spricht von einer kargen Frühlingsernte. «Dabei sind die Honigerträge im Frühling normalerweise sicherer als im Sommer», fügt sie an. kag/rdh>

Erstellt: 22.07.2010, 00:31 Uhr

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