Bürgerliche geraten unter Druck
«Jetzt müssen die Kräfte gebündelt werden!», sagt Hansueli Hirt, Präsident der Thuner KMU. Er ist Mitunterzeichner eines Schreibens, das gestern an die vier grossen bürgerlichen Parteien von Thun – BDP, CVP, FDP und SVP – sowie an die Medien ging. Darin reden die Thuner Sektionen von Handels- und Industrieverein (HIV), Arbeitgeberverband (AGV) und Hauseigentümerverband (HEV) sowie die Innenstadtgenossenschaft (IGT) und der Gewerbeverein Thuner KMU Klartext: «Wir treten mit der Aufforderung an Sie heran, sich für die Wahl des Stadtpräsidiums auf die Unterstützung einer einzigen Kandidatur aus Ihren Parteien zu einigen. Wir wollen damit in aller Deutlichkeit unterstreichen, dass die Neubesetzung des Stadtpräsidiums durch eine breit abgestützte bürgerliche Kandidatur erreicht und nicht durch rein persönliche Interessen gefährdet werden soll», heisst es im Begleitmail an die Medien.
«Aus der Not heraus»
Laut Hansueli Hirt ist die Aktion «aus der Not heraus» entstanden: «Wir wollen, dass das SP-Stadtpräsidium abgelöst wird. Aber die Politik macht nicht mit.» Damit spielt er darauf an, dass zwischen den bürgerlichen Parteien Thuns keine Einigkeit herrscht, was bei den Verbänden Fragen aufgeworfen habe.
Die Verbände haben sich laut Hirt geeinigt, dass nicht wie bisher einfach jeder Beiträge an die Parteien überweist: «Jetzt wollen wir eine Gegenleistung.» Spenden und Wahlempfehlung-en würden nicht mehr bedingungslos durchgewinkt. Voraussichtlich kommen die Mittel der fünf Verbände nun in einen Pool.
Warten auf Reaktionen
HIV, AGV, HEV, IGT und Thuner KMU schreiben in ihrem Brief weiter: «Sollte es zur Einigung kommen, versteht es sich, dass wir uns gegenüber unseren Mitgliedern für entsprechende Wahlempfehlungen – sowohl für das Stadtpräsidium als auch für den Stadtrat – einsetzen wollen. Auch dürfte dann mit positiven Entscheiden für finanzielle Beiträge gerechnet werden.» Hansueli Hirt von den Thuner KMU sagt, man warte nun die Reaktionen der Parteien ab. «Unser Primärziel ist, dass Thun nicht weitere 16 bis 20 Jahre ein SP-Stadtpräsidium hat.»
Michael Gurtner
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Erstellt: 07.08.2010, 00:31 Uhr
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