Urs und Berna bringen keinen finanziellen Gewinn

Die Bärchen Urs und Berna locken Tausende zum Bärenpark. Finanziell rechnet sich dieser Ansturm aber nicht: Der Besuch des Parks ist kostenlos, in den Souvenirshop kamen bisher nur 10 Prozent der Bärenpark-Gäste.

1/22 Die Bärenbabies Berna und Urs beim Spielen.
Foto: zvg

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250'000 Menschen haben seit der Eröffnung des Berner Bärenparks Finn und Björk in ihrem neuen Daheim besucht. Seit bekannt ist, dass die beiden Nachwuchs bekommen haben, verzeichnet man beim Bärenpark auch an sonst ruhigen Wochentagen Rekordbesucherzahlen.

Wäre der Bärenpark ein Zoo oder ein Museum, die Kassen würden klingeln. Doch der Eintritt ist frei, und der Ansturm rechnet sich finanziell gesehen nicht. Angesichts der fehlenden rund 10 Millionen für das Bauwerk, könnte die Stadt solche Einnahmen gut gebrauchen.

«Der Bärenpark ist keine rein kommerzielle Angelegenheit», sagt Tierparkdirektor Bernd Schildger. Bernerinnen und Berner sowie auswärtige Gäste hätten seit jeher freien Zugang zum Bärengraben gehabt. «Das sollte auch beim Bärenpark, dem neuen Wahrzeichen Berns, so bleiben.»

Shop besser signalisieren

Haupteinnahmequellen des Bärenparks sind darum die Führungen sowie der kleine Souvenirshop, der in den alten Stallungen im kleinen Bärengraben untergebracht ist. Der Laden wird allerdings von vielen Bärenpark-Gästen nicht wahrgenommen, wie ein Augenschein vor Ort zeigt. Immer wieder kaufen Besucher Karten und Plüschbärchen nicht im offiziellen Shop, sondern am Kiosk neben dem Tourismusbüro. «Wir müssen sicher unseren Eingang noch deutlicher signalisieren», sagt Bärenshop-Leiterin Franziska Blaser. Ideen sind beim Bärenpark-Team vorhanden. Farbige Bärentatzen könnten den Weg in den Shop kennzeichnen.

«Hochsaison abwarten»

Betriebswirtschaftlich betrachtet sei die Lage des Souvenirshops «nicht die optimale Lösung», findet auch Tierparkchef Schildger. «Wir hatten aber räumlich und finanziell keinen grossen Spielraum.» Der Laden sei dort eingerichtet worden, wo dies mit vertretbarem Aufwand möglich war. Zirka 10 Prozent der Bärenpark-Besucherinnen und -besucher hätten bisher auch im Souvenirshop vorbeigeschaut und etwas gekauft, schätzt Agnese Bronzini, Leiterin Finanzen und Personal beim Tierpark. Das scheint auf den ersten Blick wenig zu sein. Doch die Finanzchefin relativiert: «Der Shop ist erst ein knappes halbes Jahr offen. Die Umsatzzahlen sind meiner Meinung nach zurzeit nicht aussagekräftig.» Man habe den Bärenpark und den Shop in der Tiefsaison eröffnet. «Wir müssen abwarten, wie das Angebot in der Hochsaison genutzt wird.»

Karten von Urs und Berna

Dank der beiden jungen Bärchen Urs und Berna hat die Hochsaison bereits begonnen. «Darauf wollen und müssen wir selbstverständlich reagieren», sagt Agnese Bronzini. Die ersten Ansichtskarten mit Björk, Urs und Berna sind im Druck und können bald im Souvenirladen gekauft werden. «Weitere Produkte mit den jungen Bären sind in Planung.»

Eisbär Knut kein Vorbild

Dass Urs und Berna allerdings ähnlich vermarktet werden wie «Knut», der berühmteste Eisbär der Welt, ist beim Tierpark Dählhölzli kein Thema: Bernd Schildger hat sich immer vehement gegen eine «Knutisierung» der Berner Bären gewehrt. «Wir wollen unsere Bären nicht vermenschlichen.» Dementsprechend sorgfältig werden auch die Souvenirartikel ausgewählt. «Die Produkte müssen Stil und einen Bezug zu unseren Bärenpark-Bären haben», betont Agnese Bronzini. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.03.2010, 07:37 Uhr

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6 KOMMENTARE

christoph scheidegger

10.03.2010, 14:43 Uhr

die bären berna und urs, bringen den finanziellen gewinn dem kiosk (kiosk ag), der neben dem tourismusbüro steht. - das tourismusbüro könnte (zusammen mit dem kiosk) die menschen eigentlich auch auf der anderen seite der nydeggbrücke verwöhnen, oder aber gleich oben am klösterlistutz. (etwas bewegung ist immer nett, es soll aber für die ganze familie sein, rollstuhl und kinderwagen inbegriffen).


david uhlmann

10.03.2010, 12:24 Uhr

Kollekte aufstellen. Da kommt mehr zusammen als der Shop an Gewinn abwirft. Garantiert. Jemand der was spenden möchte, muss ja nicht gleich irgend einen Staubfänger kaufen müssen.


phlipp glanzmann

10.03.2010, 11:27 Uhr

also man muss das gesamtild betrachten und sich nicht einfach auf den umsatz von einem kiosk festlegen, die gäste spendieren auch geld in andere betriebe als nur in den einten kiosk, man sollte noch weiter gehen und sich einen bär weiter zulegen, und vielleicht einen zu dicken t.füchs nach russland verschenken


Alina Remund

10.03.2010, 09:39 Uhr

Das ist wieder typisch Mensch! Es dreht sich nur immer alles um das liebe Geld! Aus meiner Sicht hätte dieses Bärenpark nie gebaut werden dürfen! Lässt die Bären lieber leben und zwar in freier Wildbahn. Aber die heutige Menschehit will die Bären entweder ausgestopft im Museeum oder eingesperrt in einem Gehege sehen! Wir haben den "normalen" Bezug zur Natur völlig verloren!


Walter Sahli

10.03.2010, 08:46 Uhr

Wenn der Shop nicht so gut besucht wird, könnte man auch eine freiwillige Kollekte einführen. Es wollen ja nicht alle immer ein Souvenir kaufen, aber sicher sind viele bereit, freiwillig ein paar Franken in einen Kasten zu werfen, wenn ein solcher "angeboten" wird.


Peter Münger

10.03.2010, 08:01 Uhr

Das ist doch wunderbar so. Wenn Gewinn generiert werden müsste. Wären die 2 Bären im Tierpark gelassen worden. Dort müsste Eintritt bezahlt werden um die Bärchen zu sehen. Weshalb dies so ist, sei dahingestellt. Es ist eine Bereicherung für den Bärenhügel die Tiere zu beobachten. Mit Steigeisen werden sich die Bärchen bald wohl fühlen. Ist der Jöh Effekt durch abgeschoben.




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