Home Instead Geschäftsleiter: «Ich war unachtsam»
Aktualisiert am 28.06.2011 2 Kommentare
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Betroffen vom Lohndumping seien Betreuungs- und Pflegehilfen, welche im Stundenlohn bei der Home Instead in Bern arbeiten, teilte die Gewerkschaft Unia am Dienstagnachmittag mit. Angestellte des Unternehmens hätten der Gewerkschaft Arbeitsverträge und Lohnabrechnungen vorgelegt. «Sie hatten das Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung sei», erklärte Adrian Durtschi, Gewerkschaftssekretär Unia Region Bern auf Anfrage. In diesen Verträgen sei sichtbar, dass Home Instead Pflegehilfen zu tiefe Löhne bezahle.
Im Verlauf eines Jahres erhielten Mitarbeiter, die in der niedrigsten Lohnklasse arbeiten, insgesamt einen durchschnittlichen Monatslohn zu wenig. Zusätzlich käme hinzu, dass Home Instead lediglich einen Sonntagszuschlag von 10 Prozent gewährt und nicht die gesetzlich vorgesehenen 50 Prozent.
Normalarbeitsvertrag (NAV) Hauswirtschaft
Die Mindestlöhne des NAV wurden vom Bundesrat als Massnahmen gegen Lohndumping auf den 1. Januar 2011 für allgemeinverbindlich erklärt. Vorgesehen ist, dass ungelernte Angestellte, die hauswirtschaftliche Tätigkeiten ausüben und im Stundenlohn angestellt sind, wie dies bei Home Instead der Fall ist, einen Mindestlohn von 18.20 Franken pro Stunde zuzüglich derüblichen Ferienzulage erhalten. Home Instead habe zudem die Mindestlöhne zwei Monate zu spät, auf den 1. März 2011, angehoben. «Es handelt sich um ein Missverständis, mir war der genaue Zeitpunkt nicht bewusst», erklärte Roland Lüthi, Geschäftsleiter Home Instead Bern, auf Anfrage. Die betroffenen Mitarbeiter würden nachträglich ausbezahlt.
Home Instead will auf Vorwürfe eingehen
Home Instead ist ein US-amerikanisches Franchising Unternehmen, welches nicht-medizinische Alterspflege bei betagten Menschen anbietet. Bei Home Instead Bern arbeiten rund 70 Pflegepersonen.
Adrian Durtschi erklärte gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet, dass die Gewerkschaft das Unternehmen Home Instead Bern mit dem Sachverhalt konfrontiert und ihnen ein Gesprächsangebot unterbreitet habe.
«Bei den Vorwürfen gibt es einen gewissen Interpretationsspielraum was die gültigen Rechtsgrundlage betrifft», erklärt Roland Lüthi gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet. Die Firma habe die Vorwürfe gerade erst gelesen und sei bereit mit der Gewerkschaft Unia Kontakt aufzunehmen. Roland Lüthi bestätigte, dass die Vorwürfe bezüglich des Sonntagszuschlages ebenfalls korrekt seien. «Auch dies ist mir durch die Lappen gegangen», nimmt der Geschäftsführer Stellung. Grundsätzlich handle es sich bei Home Instead um ein Unternehmen, welches sich gegenüber seiner Mitarbeiter korrekt verhält, betont er. «Wir setzen uns stark für die Frauenförderung ein», so Roland Lüthi. Dementsprechend werde die Kritik der Unia als Beratung angenommen und schnellstmöglich entsprechende Änderungen vorgenommen.
(jzu/pd)
Erstellt: 28.06.2011, 15:32 Uhr
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2 Kommentare
scheinbar ist der geschäftsführer absolut unfähig. klar das sich das unternehmen stark für die frauenförderung einsetzt, der grossteil wird ja eh nur frauen sein! herr lüthi, für wie dumm halten sie uns eigentlich? ist doch eher so, dass ende jahr dann halt weniger auf ihrem kontostand vorhanden ist, dies ist der grund. Antworten
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