Bricht der Grand Prix seinen eigenen Rekord?
Von Jürg Steiner. Aktualisiert am 18.04.2012
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Im Sekretariat des Grand Prix von Bern ist Endspurtstimmung. Es fühlt sich an wie ein Steigerungslauf. Erfahrungsgemäss trifft rund die Hälfte der Anmeldungen erst in der letzten Woche vor Meldeschluss ein. «Die Anmeldungen laufen im Moment praktisch im Sekundentakt herein», sagt Matthias Aebischer, SP-Nationalrat und seit Anfang Jahr Präsident des Grand-Prix-Organisationskomitees. Der aktuelle Stand liege derzeit bei etwa 20'000 Anmeldungen, das seien rund 700 mehr als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr.
Bis kommenden Sonntag um Mitternacht kann man sich online für den Grand Prix anmelden. Spätere Nachmeldungen sind nicht möglich.
Laut Aebischer rechnen die Organisatoren eigentlich nicht damit, die Rekordzahl von 28'186 Angemeldeten vom Vorjahr zu brechen, weil damals der Reiz des Jubiläumslaufs für zusätzliche Anziehung sorgte. «Aber», sagt Aebischer, «aufgrund des bisherigen Anmeldeverlaufs liegt sogar ein neuer Rekord noch im Bereich des Möglichen.» Entscheidend für die Positionierung des GP als grösste Laufveranstaltung der Schweiz sei indessen die Zahl der Finisher. 2011 beendeten 25'056 Läuferinnen und Läufer den Bären-GP, den Altstadt-GP oder den Lauf auf der GP-Originalstrecke von 16 Kilometern.
Dereinst 40 000 Teilnehmer?
Das konstante Wachstum stellt die Organisatoren vor «diverse hochspannende logistische Herausforderungen», wie Aebischer, der von seinem neuen Amt begeistert ist, festhält. Eine davon ist die Bereitstellung des Finisher-Geschenks, das dieses Jahr aus Laufhosen mit Grand-Prix-Logo besteht. Laut Aebischer mussten die Hosen mit verbindlicher Angabe von Zahl und Grössen bereits im vergangenen Oktober beim Hersteller bestellt werden. Melden sich mehr Leute an als vom OK antizipiert, könnte ein Engpass entstehen, «für dessen Behebung wir aber sicher einen Weg finden werden».
Aebischer denkt für die Zukunft des Grand Prix in grösseren Dimensionen. Als eine seiner ersten Amtshandlungen liess er fundiert überprüfen, wie viele zusätzliche Teilnehmer der Lauf verkraften könnte, ohne dass seine Qualität leiden würde. «Heute können wir sagen», so Aebischer, «dass wir imstande wären, einen Grand Prix mit 40'000 Teilnehmenden zu bewältigen.» Ein Numerus clausus für Läuferinnen und Läufer ist in Bern vorderhand nicht nötig.
Aebischer kann nicht laufen
Neu am diesjährigen Grand-Prix wird das Design der Startnummer sein. Gross aufgedruckt wird nicht mehr die Startnummer, sondern der Name des Läufers oder der Läuferin, weil das bei der Nummernausgabe organisatorische Erleichterung schafft. Das bedeutet für GP-Habitués eine spürbare Umstellung im zwischenmenschlichen Bereich. Bis jetzt konnte man jeden Teilnehmer aufgrund der Startnummer sofort einordnen ohne ein Wort zu wechseln. Tiefe Startnummer bedeutete ambitionierter Läufer, hohe Startnummer Plauschläufer. Mit dieser Instant-Klassifizierung ist es nun vorbei.
Matthias Aebischer selber wird dieses Jahr nicht am Start stehen. «Das liegt als OK-Präsident nicht drin, ich muss während des Laufs uneingeschränkt verfügbar sein, damit ich mit meinen Leuten im Bedarfsfall rasch Entscheide fällen könnte.» Aebischer bestritt den GP 18 Mal in Folge, regelmässig in Zeiten um 1:05 Stunden, was nur sehr gut trainierten Läufern gelingt. Derzeit jogge er bloss ein bis zweimal die Woche und wäre «sicher höchstens für eine Zeit um 1:15 Stunden gut.» Das Lauftraining fehle ihm schon. Normalerweise habe er sich vor dem GP «leicht, gesund, stark gefühlt, als könnte mich nichts aus der Bahn werfen». Das sei für ihn das erhebende, typische Grand-Prix-Feeling. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.04.2012, 14:38 Uhr
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