Grosse Sachschäden in den Kreisen 4 und 5: Kaputte Scheiben und Sprayereien.
Ein junger Mann, der letzten Samstag mit der Gruppe unterwegs war, sagte in der Sendung «10vor10», die massive Gewalt sei aus seiner Sicht nicht nötig gewesen. Trotzdem könne er nachvollziehen, dass sich gewisse Leute auf diese Art ihrem Unmut Luft machen müssten. Er selber habe keine Sachbeschädigungen begangen. Er wollte aus Angst jedoch unerkannt bleiben.
Die meisten Leute seien gekommen, um Party zu machen, auch hätten die meisten einen politischen Hintergrund gehabt. Er hätte es nicht verstanden, wenn die Ordnungskräfte abgebrochen hätten, sagte er weiter.
Diese hatte auch gar keine Chance, auf die ausufernde Gewalt zu reagieren. Die Polizei sei auf die Randale schlicht nicht vorbereitet gewesen. Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei Zürich sagte gegenüber «10vor10», einen Krawall wie diesen habe er noch nie erlebt.
Letzte Mobilisierung per Sms
Die Demonstranten hätten sich nach den Ausschreitungen unter das Partyvolk gemischt und konnten so unerkannt entkommen. Die Polizei habe erst knapp eine Stunde vor Beginn von der Aktion erfahren. Bis genug Polizisten einsatzbereit gewesen seien, sei es bereits zu spät gewesen.
«Reclaim the Streets» hatte die Aktion seit mindestens eineinhalb Monaten geplant gehabt. Die Kommunikation finde an Anlässen für Interessierte und via Mund-zu-Mund Propagande statt, sagt das aktive Mitglied gegenüber «10vor10». Es seien Flyer verteilt worden, ausser kurzfristig auf Facebook sei im Internet hingegen nichts publiziert worden. Die letzte Mobilisierung am Samstag sei per Sms erfolgt.
Das erschwere die Arbeit der Polizei: Alles Elektronische, wie E-Mail, Facebook oder Sms bekomme die Polizei nicht mit, sagte Cortesi. Sie habe am Samstag nicht besser reagieren können.
Das Fazit sind mehrere hunderttausend Franken Sachschaden. Vergleichbar mit den Schäden an einer 1. Mai Demonstration.
(tan)