Auf den Hund gekommen
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Ob Schäferhund, Airdale Terrier, Rottweiler oder Dobermann: Hunde sind für Polizeikräfte und Militärs seit Jahrhunderten nützliche Helfer, um gegen Aufständische vorzugehen. Handkehrum gibt es nur wenige Hunde, die für den Einsatz aufseiten von Rebellen bekannt wurden – und vielleicht erklärt das die Berühmtheit, zu der es der Mischling Loukanikas alias Louk bereits gebracht hat.
Nebst einem eigenen Facebook-Profil würdigten zahlreiche internationale Medien den Vierbeiner – von diversen TV-Sendern über die angesehene britische Zeitung «Guardian» bis zu «Globe and Mail» und NZZ online. Und wirklich: Es scheint, auf den TV- und Pressebildern, als sei Louk ein überzeugter Gegner der griechischen Polizei und stehe loyal auf der Seite der Opposition, wenn er die Uniformierten zornig anbellt.
Herrenlos in der Hauptstadt
Ob der Streuner tatsächlich die Ansichten der Protestierer auf dem Syntagma-Platz teilt, muss allerdings bezweifelt werden. Vielleicht reizen ihn die Uniformen der Polizeikräfte zum Widerstand, vielleicht haben ihn die Protestierer nach und nach abgerichtet – doch wahrscheinlicher ist laut einem Bericht der NZZ online, dass er sein angestammtes Revier in der Gegend verteidigen will. Wie vor ihm schon andere bekannte und unbekannte Hunde, die bei den Auseinandersetzungen zwischen den Fronten stromerten.
Der erste Oppositionelle dieser Art, der es in die Schlagzeilen schaffte, war Kanellos, von dem manche Medien mutmassen, er sei der Vater von Louk gewesen. Der «Guardian» widmete diesem Hund eine eigene Bildergalerie, und seine Freunde und Bewunderer beerdigten ihn nach seinem Tod standesgemäss – auf dem Gelände der Universität beim Stadtteil Exarchia; geschmückt wurde das Grab mit einem Foto, Blumen und einer Flagge.
Die besten Freunde im Widerstand
So viel Ehre muss Louk sich noch verdienen, zumal er gewiss nicht der einzige herrenlose Vierbeiner ist, der sich im politischen Spektrum aufseiten der Regierungsgegner tummelt. Blogger nannten im Internet etwa die Namen Roza, Ribo, Petros und Lucy mit «Wohnsitz» im alternativ geprägten Exarchia, wo auch die anarchistische Szene haust. «Wir nennen sie Hunde der Bewegung, und es gibt viele», zitierte das «Telepolis»-Portal des deutschen Heise-Verlags im vergangenen Jahr, «wir schützen und füttern sie und sie schützen uns». (raa)
Erstellt: 07.10.2011, 12:58 Uhr
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