Dirigent Fischer warnt vor Rassismus in seiner Heimat
Aktualisiert am 01.02.2012 1 Kommentar
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Fischer forderte die Parlamentarier der Europäischen Volkspartei, in einem am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Brief auf, deshalb Druck auf die rechtskonservative Regierungspartei Fidesz von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban auszuüben.
«Zumindest im Westen Europas herrscht seit dem Zweiten Weltkrieg Konsens darüber, dass Gruppen mit rassistischen Ideologien unter politische Quarantäne gehören», jedoch nicht in Ungarn, schrieb der jüdischstämmige Fischer an die Parlamentarier.
Salonfähig
«In Ungarns heutiger Gesellschaft ist Antisemitismus eine lässliche Sünde geworden, und seine Gefahr wird von der Regierungspartei verharmlost, relativiert und teilweise sogar geleugnet. Und damit macht sie den Antisemitismus immer mehr salonfähig, dadurch wird er gesellschaftlich immer mehr akzeptiert.»
Der mit grosser Mehrheit regierende Orban steht wegen seines rechtskonservativen Kurses und seines Umgangs mit oppositionellen Medien in der EU in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, mit Gesetzen und Verfassungsänderungen die demokratische Mitbestimmung im Land zu beschneiden. Die EU- Kommission leitete kürzlich drei Verfahren wegen Verstössen gegen EU- Recht ein, weil sie die Unabhängigkeit der Notenbank, der Justiz und der Datenschutzbehörde in Gefahr sah.
Gegen falsch verstandene Solidarität
«Ich bitte Sie, sich nicht von falsch verstandener Pflicht zur bedingungslosen Solidarität in der Parteienfamilie leiten zu lassen», rief Fischer die konservativen EU-Abgeordneten auf. «Nur Sie, als frei und demokratisch gewählte Abgeordnete der bürgerlichen Konservativen im EU-Parlament können den notwendigen ideologischen Druck auf Fidesz ausüben, rassistischen Tendenzen in seinen Reihen den Kampf anzusagen.»
Denn dem Rassismus in Ungarn könne die Orban-Partei nur entgegentreten, wenn sie zuerst rassistische Entwicklungen in den eigenen Reihen bekämpfe. Als Anlass für sein Schreiben nannte der 62-jährige frühere Generalmusikdirektor der Ungarischen Staatsoper die am Mittwoch eingesetzte neue Leitung des Theaters Uj Szinház in Budapest. Der neue Direktor György Dörner wolle das Haus im Geiste des Antisemitismus führen. (sda)
Erstellt: 01.02.2012, 16:06 Uhr
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Das grösste Problem von Ungarn bei diesem Thema ist und das Problem haben viele Osteuropäische Länder, sie sehen sich nur als Opfer des Nationalsozialismus, nicht als HiWis, nicht als Mittäter. So lange dies so weiter geht, wird sich nicht viel ändern, leider. Antworten
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