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Das neue Fernsehen

Von Anatol Heib, Las Vegas. Aktualisiert am 12.01.2012 23 Kommentare

Skypen am Fernseher, Sprachbefehle statt Fernbedienung, TVs als Fitnesstrainer: Bernerzeitung.ch/Newsnet hat in Las Vegas die neusten Fernsehtrends getestet.

1/14 Apple TV gibt es seit 2009. Diese Settop-Box hat sich bislang allerdings nicht durchgesetzt. «Am Produkt kann es nicht liegen», sagt Thomas Ross vom Magazin «Audio Video Foto Bild».: «Meiner Erfahrung nach lässt sich Apple TV sehr einfach bedienen und bietet Zugriff auf attraktive Inhalte – entweder per Internet oder Heimnetzwerk.» Da hätten die klassischen TV-Hersteller noch einiges aufzuholen. Das Problem sei nur, dass viele Zuschauer offenbar nicht den Wunsch verspüren, ihren Fernseher an das Internet anzuschliessen. Zwar steige die Zahl der internetfähigen Fernseher, aber nur ein Bruchteil der Käufer verbinde das Gerät tatsächlich mit dem Netz.

   

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Die Fernseh-Highlights

In der Halle 2 der Consumer Electronics Show übertrumpfen sich die Hersteller gegenseitig mit neuer Hardware. Was die Bildqualität angeht, hat die CES ihre Stars gefunden.

Da wären einmal die grossformatigen Oled-Fernseher von LG und Samsung (siehe Video unten). Auf Letzterem war eine beeindruckende Demo zu sehen. Der Unterschied zu bisherigen HD-Fernsehern ist frappant, alle Farben sind deutlich kräftiger, das Bild wirkt «organischer». Jedes Detail ist wunderbar erkennbar. Die Geräte dürften zu Beginn allerdings auch nicht ganz billig sein. Auch Sharp liess sich nicht lumpen und zeigte einen Prototyp mit 85-Zoll-Bildschirm und achtfacher HD-Auflösung.

Albrecht Gasteiner, Gründer des HDTV-Forums Schweiz, der an der CES die neusten TV-Technologien begutachtete, sieht insgesamt einen Trend zu grösseren Bildschirmen – ab 60 Zoll (152 Zentimeter) aufwärts. Doch die eigentliche Überraschung war für ihn Sonys Prototyp, ein 55-Zoll-Fernseher mit eigens entwickelter Crystal-LED-Technologie.

«Man hat von jedem Blickwinkel aus die gleiche Qualität. Der TV bietet eine völlig neue Technik und hat auch wirklich den Namen LED verdient. Und er scheint Vorteile zu haben gegenüber Oled-Bildschirmen. Deren Leuchtdioden altern nicht gleichmässig, was zu einem Farbstich führen kann», so Gasteiner.

Toshiba präsentierte an der CES einen 40-Zoll-Fernseher für 3-D ohne Brille. Wie unser Test zeigt, funktioniert das Ganze nur aus einem bestimmten Blickwinkel. Zudem ist der Tiefeneffekt nicht so stark ausgeprägt wie beim Einsatz einer 3-D-Brille.

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Beeindruckende Demo: Der Unterschied zu bisherigen HD-Fernsehern ist frappant, alle Farben sind deutlich kräftiger, das Bild wirkt «organischer».
Video: Anatol Heib

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In Las Vegas wird an der TV-Zukunft geschraubt. Das Publikum bekommt noch grössere Modelle und die Super-Bildschirme (siehe Infobox) von morgen zu sehen. Doch vor allem zeigen die Hersteller an der CES: Fernsehen und Internet sollen verschmelzen.

Dank Webanbindung hat man Zugriff auf Filmstreaming-Dienste, Youtube, Facebook, Twitter oder Spiele – alles ist dabei auf die Darstellung am TV abgestimmt. Man kann sogar Ferienfotos über die Cloud an den TV senden, wo sie dann die Familienmitglieder anschauen können. Vor allem LG und Samsung ( 234.678 -1.44%) rücken an der CES Smart TV in den Mittelpunkt. Die Darstellung auf dem Fernseher erinnert an Smartphones, Apps werden mit bunten Symbolen dargestellt.

Mit einem Pfeil den Bildschirm steuern

Die Idee, Zusatzinhalte auf den TV-Bildschirm zu bringen, ist nichts Neues. Samsung bietet beispielsweise seit einigen Jahren Smart TV an. Nur scheinen jetzt die technischen Möglichkeiten so weit gereift zu sein, um das Angebot auch für alle zugänglich, sprich nutzerfreundlich, zu machen.

Und auch die attraktiven Inhalte sind da. Wie bei Nintendos Spielkonsole Wii steuert man beispielsweise bei einem Fernseher von LG mit einer Fernbedienung einen Pfeil auf dem Bildschirm:


Video: Anatol Heib

Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Bewegt man die Fernbedienung zu stark, ist der Pfeil nicht mehr zu sehen. Der Fernseher nimmt sogar über ein Mikrofon Sprachbefehle entgegen. Ob dies wirklich ein Nutzen ist, sei dahingestellt – verbale Kommandos weisen immer eine gewisse Fehlerquote auf.

Viele TV-Apps für Schweizer Konsumenten

Auch Fernseher von Samsung kann man per Sprache oder Gesten steuern. Kunden haben Zugriff auf unzählige Apps. Schweizer Kunden dürfen sich laut Mediensprecherin Mirjam Berger im zweiten Halbjahr auf Anwendungen freuen, die speziell auf die Schweiz abgestimmt sind. Der Nutzer kann wie am Computer eigene Ordner erstellen und mit einer Kamera, die am TV befestigt wird, skypen. Während viele Inhalte wie Youtube oder Facebook bereits existieren und einfach auf den TV angepasst werden, bieten Hersteller auch eigene Apps an, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Eine Fitness-App macht den Samsung TV zum vielseitigen Fitnesstrainer. Anwender können Übungen aufrufen, und die integrierte TV-Kamera überprüft, ob man sie korrekt ausführt. LG bietet mit All Share Play die Möglichkeit, unterwegs geschossene Fotos vom Smartphone direkt auf den TV-Bildschirm zu Hause zu übertragen.

Googles (GOOG 600.4 -3.64%) zweiter Anlauf im TV-Geschäft

Beim Internet auf dem Fernseher will auch Google mitmischen. Mit der Ankündigung, dass Sony ( 13.77 -3.30%) und LG Fernseher mit Google TV ausliefern werden, nimmt der Konzern nach dem holprigen Start in den USA einen weiteren Anlauf, auf dem Fernsehbildschirm präsent zu sein. Die Fernseher laufen mit Android 4.0, der Nutzer hat also theoretisch neben Filmen auch Zugriff auf alle Apps im Android-Markt. Google TV, bisher nur in den USA verfügbar, soll Fernsehen und Internet über eine einheitliche Oberfläche verbinden und Videos auf Abruf verfügbar machen.

Die neuen Fernbedienungen

Bei allen Möglichkeiten, die Smart TV bietet, haben TV-Anbieter eine Frage immer noch nicht abschliessend geklärt: Wie kann man das Ganze bequem bedienen? Die herkömmliche Fernbedienung ist viel zu umständlich, vor allem wenn man beispielsweise einen Suchbegriff eintippen muss. Je nach Anbieter greift man hier auf eine Mischung aus Fernbedienung und Minitastatur zurück, orientiert sich an der Fernbedienung der Wii-Konsole (siehe LG) oder setzt das Smartphone oder Tablet als Steuergerät ein.

In dem ganzen Smart-TV-Universum wollen sich indessen auch die Spielkonsolen ihren Platz erobern. Seit Jahren versuchen die Hersteller, ihre Hardware als digitale Schaltzentrale zu etablieren.

Dave McCarthy, General Manager Xbox 360, demonstrierte Bernerzeitung.ch/Newsnet an der CES, wie die Konsole seit dem Update im November auch zum Smart TV geworden ist. In den USA kommen Nutzer in den Genuss von Live-Sport von ESPN, Netflix und anderen Video-on-Demand-Diensten. Microsoft hat die Nutzeroberfläche der Konsole bewusst an das Design von Windows 8 angepasst. Mit Windows Phone 7 kann man sogar die Konsole bedienen. Auch Sprachkommandos sind möglich, um Filme zu starten oder nach Inhalten zu suchen. Auch hier gilt bei Videoinhalten: US-Kunden haben hier die Nase vorn. Wann und welche Dienste in der Schweiz gestartet werden, konnte McCarthy nicht sagen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.01.2012, 11:00 Uhr

23

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23 Kommentare

Martin Ebnoether

12.01.2012, 12:24 Uhr
Melden 33 Empfehlung

Skype aufm Fernseher! Was fuer eine bescheuerte Idee, echt jetzt! Wenn ich einen Film schauen will, dann ist das Letzte, was ich gebrauchen kann, jemand, der mich anruft! Und was soll das mit dieser Sprachsteuerung? "Sones Schiissprogramm, stell emal um!" - "'Schissprogramm' konnte nicht gefunden werden. Moechten Sie stattdessen 'Rosamunde Pilcher' sehen?" Antworten


Martin Ebnoether

12.01.2012, 12:28 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Die Elektroindustrie hat eh keine neuen Ideen. Ich waer ja fuer eine Pantoffelsteuerung beim TV. Ein Pantoffel -> Umschalten auf den Pornokanal, zwei Pantoffeln -> Kiste ganz aus. Antworten



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