Was den Schweizer Banken-Apps noch fehlt
Von Anatol Heib. Aktualisiert am 06.07.2011 34 Kommentare
Gute «Sicherheit gewährleistet»
Wenn man das Ganze sauber programmiere, sei auch eine gute Sicherheit gewährleistet, sagt Walter Sprenger von der Schweizer IT-Sicherheitsfirma Compass Security. «Diese hängt nicht nur von der App-Programmierung ab, sondern auch vom iPhone-Betriebssystem iOS und vom Verhalten der Benutzer. So muss gewährleistet sein, dass andere Apps nicht die Login-Daten und Kontoinformationen mitlesen können», sagt Sprenger.
Die grösste Gefahr liegt für Sprenger in der Manipulation am iPhone selbst. Da man das Gerät überall dabei hat, steigt auch das Risiko, dass in einem unbeobachteten Moment jemand am Smartphone hantiert. «Dies ist umso kritischer, wenn mit dem iPhone das gesamte Vermögen verwaltet wird.»
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Deutsche Bank: App mit E-Banking
In Deutschland können iPhone-Besitzer bereits mit der App der Deutschen Bank Geld überweisen. Der Zugang über die Deutsche Bank App ist mit denselben Verschlüsselungsverfahren gesichert, die auch beim Online Banking am PC zum Einsatz kommen. «Wir setzen stets auf die aktuellsten Sicherheitsstandards. Darüber hinaus sorgt ein mehrstufiges Verschlüsselungs- und Identifizierungssystem dafür, dass Unbefugte die Daten weder erfragen noch abfangen oder lesbar machen können», sagt Mediensprecherin Christiane Lorch auf Anfrage.
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Umfangreiche Informationen zu Finanzmärkten, Beobachten bestimmter Aktien, Angaben zu den Kontobewegungen oder eine GPS-Ortung von Bancomaten: Die Apps der Schweizer Banken bieten ihren Kunden zahlreiche Funktionen. In Deutschland beispielsweise können Kunden der Deutschen Bank bereits mit einer Applikation für iPhone und iPad Transaktionen durchführen (siehe Infobox). Dieses Feature fehlt noch in den meisten von Bernerzeitung.ch/Newsnet geprüften Applikationen.
«Mittelfristig auch Transaktionen möglich»
Doch das soll sich ändern. «Wir arbeiten daran, mittelfristig auch Transaktionen anzubieten», sagt UBS-Mediensprecher Andreas Kern. Die Grossbank hat vergangene Woche eine iPhone-App lanciert. Es sei immer eine Abwägung zwischen bestmöglicher Sicherheit mit der Identifikation des Kunden und entsprechendem Komfort. Mit der UBS-App kann man bereits die Kontobewegungen abfragen und Zahlungen durch das Einscannen von Einzahlungsscheinen erfassen. Diese werden dann aber erst im E-Banking am PC freigeschaltet.
Auch die Credit Suisse (CSGN 18.65 -0.11%) evaluiert derzeit «die technischen Möglichkeiten, ohne Sicherheitsrisiko Transaktionen auch über den mobilen Kanal anzubieten», antwortet Mediensprecherin Daniela Häsler auf Anfrage.
Raiffeisen: E-Banking mit Mobile-Browser
In der App der Raiffeisen-Bank kann man ebenfalls kein Geld überweisen, aber man könne via Browser auf das E-Banking zugreifen, so Mediensprecher Franz Würth. «Das wurde aber noch nicht für Smartphone-Bildschirme optimiert. Wir werden im Herbst eine für mobile Browser optimierte E-Banking-Lösung lancieren.» Die Bank favorisiert ein browserbasiertes Konzept, weil der Kunde damit nicht einen Gerätetyp gebunden sei. Bei der Sicherheit gelten die gleichen Anmeldeverfahren wie am Desktop.
Auch bei der App der Migros Bank, die im Herbst erscheinen soll, werden zum Start keine Zahlungen möglich sein. «Das stellt erhöhte Anforderungen an die Sicherheit», sagt Albert Steck. Diese Funktion gleichzeitig sicher und benutzerfreundlich zu gestalten, erfordere zusätzliche Arbeiten. Die App der Zürcher Kantonalbank hingegen, seit April im App Store, wird voraussichtlich im 4. Quartal 2011 mit E-Banking-Dienstleistungen erweitert.
Postfinance-App die grosse Ausnahme
Bei den befragten Finanzinstituten bietet einzig Postfinance Geldüberweisung via iPhone-App an - mit Einschränkungen: Pro Tag und Empfänger gilt ein limitierter Betrag von 100 Franken. Standardmässig ist der Maximalbetrag pro Monat auf 250 Franken festgelegt. Die Limite kann jedoch individuell bis auf 3000 Franken angepasst werden.
Jeden Monat 30'000 Überweisungen mit dem Handy
Zuvor hat der Nutzer jedoch einige Sicherheitshürden zu bewältigen. Bei der Registrierung der App wird der Kontoinhaber wie auch die Handynummer überprüft. Die Anmeldung erfolgt im E-Finance mit dem sicheren Login durch den Kartenleser. Dann gibt es natürlich einen Passwortschutz und das mehrstufige Verschlüsselungsverfahren garantiere eine hohe Sicherheit. Überweisungen können nur mit einem positiven Saldo ausgeführt werden. Im Herbst erscheint ein Update mit neuen Funktionen.
Jeden Monat werden 30'000 Banküberweisungen via Handy (per SMS) oder iPhone überwiesen, sagt Postfinance-Mediensprecher Alex Josty. Ein Viertel davon falle auf die App. Zusätzlich würden mit Smartphone oder Mobiltelefon monatlich 600'000 Saldo- und Bewegungsabfragen getätigt.
Würden Sie mit der Bank-App Geld überweisen? Oder nutzen Sie bereits E-Banking via iPhone-Browser? Was meinen Sie generell zum Thema? Schreiben Sie einen Kommentar! (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.07.2011, 10:10 Uhr
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34 Kommentare
Mir wird schlecht, wenn ich an all die möglichen Einfallstore eines Handy (egal ob Android oder iPhone) denke, die es ermöglichen Transaktionen zu belauschen udn zu manipulieren.
Da bleibe ich doch lieber bei meinem heimischen Rechner mit kabelgebundener Internet-Verbindung und entsprechender Firewall.
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Digital
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!


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