Twitter verliert seine Unschuld
Von Christian Lüscher. Aktualisiert am 01.02.2012 7 Kommentare
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US-Behörde versteht keinen Spass
Wer auf Twitter aktiv ist, sollte diese Geschichte aufmerksam lesen: Ein Ire und seine englische Freundin durften nicht in die USA einreisen, weil sie auf Twitter über den anstehenden Urlaub in Los Angeles gewitzelt haben. So posteten sie, dass sie «Amerika zerstören» oder «Marilyn Monroe ausgraben» wollten. Die US-Heimatschutzbehörde hat den beiden Urlaubern die Einreise in die USA verweigert.
Den Vorfall machte die britische Zeitung «Daily Mail» publik und erweckte im Bericht den Eindruck, dass die Heimatschutzbehörde solche Tweets selbstständig entdecke. Doch die US-Behörden sind nicht in der Lage, 300 Millionen Tweets pro Tag zu durchsuchen, obwohl angeblich ein entsprechendes Projekt in Planung ist, wie ZDNet.de weiss.
Verraten wurden das Paar offenbar von einem anonymen Hinweisgeber, der die Behörden in Los Angeles per Telefon auf die Tweets aufmerksam machte. Auch die Erklärungsversuche der britischen Twitter-User konnten die Behörden nicht überzeugen. Der Ire macht ein Missverständnis geltend. «Destroy» werde in der britische Umgangssprache mit «heftig feiern» gleichgesetzt. Der Monroe-Kommentar sei in Wirklichkeit ein Zitat aus der US-Trickfilmserie «Family Guy».
Dem «Daily Mail» zufolge wurde das britische Pärchen in Handschellen abgeführt und zwölf Stunden lang in getrennte Zellen gesteckt.
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Es ist immer das Gleiche: Sobald die breite Masse einen Internetdienst nutzt, verliert er in Sachen Werbung schnell seine Unschuld. Ungenutzter Weissraum wird mit Werbung zugepflastert und entsprechende Services werden für die Werbewirtschaft lanciert. Was auf Facebook bereits Realität ist, passiert nun auch mit dem Trendmedium Twitter.
Neue Märkte im Visier
Weil Twitter ausserhalb der USA an Popularität gewinnt, plant das Management eine Expansion in zusätzliche Werbemärkte. Bis 2014 sollen nur noch 83 Prozent der Werbeeinnahmen aus den USA kommen, weiss der Nachrichtendienst Bloomberg.
Wie das US-Marktforschungsinstitut eMarketer prognostiziert, sollen sich die Werbeeinnahmen von Twitter bis 2014 verdreifachen. Das heisst: War der Erlös durch Werbung im vergangenen Jahr noch bei rund 140 Millionen Dollar, soll er in den nächsten drei Jahren auf bis zu 540 Millionen Dollar ansteigen.
Das Businessmodell von Twitter
Damit Twitter seine monetären Ziele erreicht, können Unternehmen und Marken für Geld ihre Profilseiten aufwerten. Wie der «BusinessInsider» berichtet, können Firmen ab dem 1. Februar ihre Twitter-Präsenz so anpassen, dass mehr Inhalte als lediglich Tweets präsentiert werden. So ist es für zahlende Kunden möglich, beispielsweise Games oder Shop-Anwendungen zu integrieren. Follower können diese Anwendungen (Apps) nutzen, ohne dabei die Twitter-Umgebung verlassen zu müssen. Mit anderen Worten: Twitter orientiert sich an Facebook.
25'000 Dollar kostet das Upgrading
Bereits haben Unternehmen wie Coca-Cola, Disney, Nike und Pepsi die Neuerungen im vergangenen Monat getestet. Der neue Service hat allerdings seinen Preis: Wie das US-Magazin «AdAge» schreibt, müssen Unternehmen für eine entsprechende Erweiterung tief in die Taschen greifen: Von 25'000 Dollar ist die Rede.
Bis heute war Twitter in Sachen Werbung eher zurückhaltend. Das Unternehmen aus Kalifornien startete im Frühjahr 2010 ein erstes Werbeprogramm. Damals brachte Twitter die ersten bezahlten Kurznachrichten in Umlauf. Es handelt sich um den Suchanzeigen-Service mit dem Namen «Promoted Tweets». Die Werbetweets werden in Suchergebnisse integriert und an oberster Stelle – ähnlich dem Google-Werbesystem – angezeigt. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 01.02.2012, 14:21 Uhr
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