So sparsam, schön und intelligent kann Luxus sein
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Ja, alle Autofahrer müssen den Gürtel enger schnallen und Sprit sparen. Doch deshalb muss keiner auf Luxus und Leistung verzichten. Das ist die Botschaft der Mercedes-Studie F 125, mit der die Stuttgarter auf der IAA einen Ausblick auf die Luxuslimousine von übermorgen geben: «Mit dem F 125 wollen wir zeigen, dass grosse, komfortable und sichere Limousinen eine glänzende Zukunft haben, unter anderem weil sie emissionsfrei fahren können. Der Mythos S-Klasse wird so konsequent in die Zukunft überführt».
3440 Newtonmeter
Dass Mercedes 125 Jahre nach der Erfindung des Autos ein feudales Prunkschiff bauen kann, das wird niemanden überraschen. Deshalb gilt das Augenmerk vor allem der Technik, die den überbordenden Luxus von heute in eine Zukunft knapper Ressourcen retten soll: So liefert im F 125 eine Weiterentwicklung der Brennstoffzelle den Strom für vier Elektromotoren mit einer Dauerleistung von 231 PS. Kurzfristig leisten die vier E-Maschinen sogar 313 PS und glänzen mit einem Raddrehmoment von 3440 Nm.
Weil der windschnittige Benz dank einer Karosse aus Karbon und Kunststoff keine 1,7 Tonnen wiegt, reicht das für einen Sprintwert von 4,9 Sekunden. Das schafft die S-Klasse heute nur als AMG-Modell. Und mit dem entsprechenden Verbrauch.
Den Wasserstoff für die Stromproduktion lagert Mercedes in einem neuartigen Tank: Statt Druckflaschen nutzen die Stuttgarter einen Feststoffspeicher, der in der Karosseriestruktur integriert ist. Ähnlich wie ein Schwamm das Wasser, nimmt er bis zu 7,5 Kilogramm Edelgas an der Tankstelle auf und gibt es während der Fahrt an die Brennstoffzelle ab. Die speichert den Strom in einer ebenfalls neuen Lithium-Schwefel-Batterie, die leichter und leistungsfähiger ist als aktuelle Lithium-Ionen-Akkus.
Die Batterie, die über eine Induktionsschnittstelle auch extern geladen werden kann, schafft eine Reichweite von 50 Kilometern. Weil der Wasserstoff Energie für deutlich mehr als 900 Kilometer liefert, kommt der F 125 über 1000 Kilometer weit und fährt damit jeder aktuellen Luxuslimousine davon.
Das klingt gut und sieht gut aus. Doch bei der «S-Klasse von übermorgen» bitten die Schwaben noch um Geduld: Vor 2025, so hört man in Stuttgart, dürften weder die Brennstoffzelle mit festem Wasserstoffspeicher und Lithium-Schwefel-Akku noch die neuen Assistenzsysteme reif für den Alltag sein. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.09.2011, 15:26 Uhr
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