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Der neuste Fiat heisst Freemont – und ist eigentlich ein Dodge Journey

Von Peter Hegetschweiler. Aktualisiert am 25.06.2011

Turin auf Amerikanisch: Was drauf steht, das ist nicht immer drin. Daran hat man sich als Konsument je länger, je mehr zu gewöhnen. Auch (oder sogar gerade) in der Autobranche.

1/3 Fiat Freemont:
Bild: Fiat

   

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Das jüngste Beispiel dieser Entwicklung, die man als automobiler Traditionalist bedauern mag, aus wirtschaftlicher Sicht aber zu akzeptieren hat, manifestiert sich in diesen Tagen und Wochen in der italienischen Autohauptstadt Turin: Kaum ist der Jubel am Fiat-Konzernsitz darüber verhallt, dass man mit dem neuen Ypsilon noch einmal einen «richtigen» Lancia lancieren konnte – jetzt folgen der neue Thema auf Basis des Chrysler 300, das neue Flavia-Cabrio als verkappter Sebring und der 5,14 Meter lange Grand Voyager –, kommt noch diesen Monat das erste italienisch-amerikanische Fiat-Modell auf den Markt, der Crossover Freemont.

Auf den «letzten» Lancia . . .

Und das ist bloss der Anfang. Wie anlässlich der Präsentation in Turin zu erfahren war, werden in den nächsten 30 Monaten weitere sieben Modelle im Sinne der von Fiat-CEO Sergio Marchionne verordneten Zusammenarbeit mit dem Chrysler-Konzern erneuert.

Mehr noch: Bis 2014 sollen 50 Prozent aller neuen Modelle auf einer gemeinsam entwickelten Plattform stehen. Spätestens dann wird wohl auch die Marke Alfa Romeo an Marchionnes Wachstumsstrategie partizipieren (müssen), falls sie da nicht längst zum VW-Konzern gehört.

. . . folgt der erste US-Fiat

Der Freemont also ist das erste reine Fiat-Produkt aus der Kooperation mit Chrysler. Ein Auto, das nicht nur seinem Namen nach, sondern vor allem in seinem optischen Auftritt den American Way of Life zelebriert. Der wuchtige Siebenplätzer mit einer Länge von (fast) 4,9 Metern ist auch mit dem Fiat-Emblem auf der Kühlerhaube genau das geblieben, als was er in den USA nach wie vor verkauft wird: ein Dodge Journey.

Ein Allzweck-Familienauto mit auch in der dritten Reihe vollwertigen Sitzen, die sich leicht umklappen lassen – was auch für die zweite Reihe gilt. Insgesamt bieten sich 32 Konfigurationsmöglichkeiten an, die Ladefläche lässt sich bis auf ein Fassungsvermögen von maximal 1461 Litern vergrössern und bleibt dabei völlig eben.

Während Fiat den Zuschnitt des Freemont auf sein erweitertes Zielpublikum – die Italiener wollen mit dem Crossover 80 Prozent Neukunden generieren – in seinen Grundzügen unverändert gelassen hat, wird es unter der Haube tatsächlich italienisch. Und das ist das Positivste an diesem Auto: Denn zum Start kommt der Freemont vorerst mit zwei Zweiliter-Turbodieseln der neusten Multijet-Generation von Fiat auf den Markt. Deren Leistung ist mit 140 und 170 PS achtbar, der Verbrauch (laut Angaben des Werks) mit 6,4 Litern (169 g/km CO2) für ein fast zwei Tonnen wiegendes Auto sogar höchst respektabel.

Beide Dieselvarianten werden mit Frontantrieb und 6-Gang-Schaltung ausgeliefert, eine Automatik sowie Allradantrieb folgen später, ebenso ein V6-Benziner mit 276 PS. Der stammt dann allerdings nicht mehr von Fiat Powertrain, sondern wird wie die Karosse aus Mexiko geliefert. Und schluckt wohl einiges mehr. Und die Preise? Fiat schafft es, den 140PS-Diesel noch knapp unter der 40 000Franken-Grenze zu halten, die stärkere Version gibts ab 41 150 Franken.

Peter Hegetschweiler fuhr den Fiat Freemont auf Einladung von Fiat Schweiz am 20./21. Juni in Italien. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.06.2011, 19:17 Uhr

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