Die wohltätige Frau des Schlächters
Von Monica Fahmy. Aktualisiert am 08.02.2012 23 Kommentare
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Mit aller Härte gehen die syrische Armee und Milizionäre gegen Aufständische vor. In der Protesthochburg Homs gab es Dutzende Tote. Laut «Spiegel online» sollen Milizionäre sogar Familien mit Kindern massakriert haben. Für Syriens First Lady Asma Assad scheint das der richtige Zeitpunkt zu sein, um der Welt zu verkünden, dass sie zu ihrem Mann steht.
«Der Präsident ist der Präsident Syriens, nicht einer Fraktion von Syrern, und die First Lady unterstützt ihn in dieser Rolle», steht im E-Mail, welches das Büro von Asma Assad der britischen «Times» geschickt hat. Eine Antwort auf die Frage eines Journalisten von vergangener Woche, wie die 37-Jährige zum Blutbad steht, welches ihr Mann im Land anrichten lässt.
Hilfsorganisationen und den Präsidenten unterstützen
Eine berechtigte Frage an eine Frau, die sich durch ihre wohltätigen Engagements über die syrischen Grenzen hinaus einen Namen gemacht hat. 2008 wurde sie ihrer Engagements wegen zur arabischen First Lady ernannt und von der Arabischen Liga prämiert. Sie führt wohltätige Organisationen, die sich für Kinder, Alte, Waisen, Arme und Arbeitslose einsetzen.
«Die sehr volle Agenda der First Lady fokussiert immer noch darauf, die vielen wohltätigen Organisationen zu unterstützen, welche sie schon lange unterstützt (...) sowie, wenn nötig, den Präsidenten zu unterstützen», steht im E-Mail ihres Büros an die britische «Times». Wie beides zusammengeht, lässt Asma Assad offen.
Die «Rose in der Wüste»
Es ist nicht das erste Mal, dass Asma Assad sich einen unglücklichen Zeitpunkt für einen Medienauftritt aussucht. Zu Beginn der Proteste im März 2011 hatte die «Vogue» sie in der Titelstory als «Rose in der Wüste» porträtiert, als in Homs die ersten Toten zu beklagen waren. Jung, fotogen, elegant, in London in einem reichen Elternhaus aufgewachsen, westlich – all diese Attribute brachten Asma Assad regelmässig einen Platz in den Medien. Gerne blendete man dabei aus, dass ihr Mann einem unterdrückerischen Regime vorsteht.
Asma Assad wuchs in West-London auf. Die Tochter eines angesehenen syrischen Kardiologen und einer Diplomatin der syrischen Botschaft in London besuchte die Privatschule Queens College. Danach studierte sie Informatik und französische Literatur am Kings College und arbeitete drei Jahre in der Finanzbranche, spezialisiert auf Firmenübernahmen. 2000 heiratete sie Bashar Assad, kurz nachdem er nach dem Tod seines Vaters Präsident Syriens geworden war.
«Sie wollte auch eine Prinzessin sein»
Laut dem Syrien-Experten und Journalisten Andrew Tabler, der mit Asma Assad zusammengearbeitet hatte, hat die First Lady zwei Gesichter. Da ist die moderne, wohltätige Asma. Und da ist die Frau, der Reichtum viel bedeutet. «Sie wollte auch eine Prinzessin sein», so Tabler zu CNN. Von ihrer Hochzeit mit Bashar Assad sei kein Bild in den syrischen Medien erschienen. Assads Familie sei über die Vermählung nicht erfreut gewesen. Assad ist Alevit und Asmas Vater ein Sunnit. Seine Heimatstadt ist die Protesthochburg Homs, wo Aleviten und Sunniten sich gerade bis aufs Blut bekämpfen.
Tausende Tote hat Assads Armee auf dem Gewissen. Laut Aktivisten sind mindestens 384 Kinder getötet worden, darunter ein zweijähriges Mädchen, welches ein Soldat mit der Begründung erschossen haben soll, er wolle nicht, dass sie zur Aufständischen heranwachse. «Als Mutter und Mensch müssen wir dafür sorgen, dass diese Gräueltaten aufhören.» Worte, die Asma Assad gegenüber CNN äusserte. Nicht wegen der Massaker in Homs, sondern im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg 2009. «Dies ist das 21. Jahrhundert. Wo in aller Welt könnte dies passieren? Leider geschieht es», sagte sie.
«Sie reagierte nicht»
Wie die Mutter dreier Kinder die Ereignisse in Syrien ausblendet, ist rätselhaft. Als im Oktober 2011 Leichen die Strassen von Hama und Homs säumten, erzählten Mitarbeiter von Hilfsorganisationen der britischen «Independent», sie hätten Asma Assad von den Gräueltaten der syrischen Armee erzählt. «Sie reagierte nicht. Sie reagierte überhaupt nicht. Es war, als erzählte ich eine normale Geschichte, etwas, was alltäglich ist», so einer der Mitarbeiter.
Mit dem E-Mail an die «Times» hat sie nun reagiert, im Sinne ihres Mannes. «Sie höre den Opfern der Gewalt zu und tröste sie», steht im E-Mail. Zynische Worte für all die Opfer, welche Assads Leute schon auf dem Gewissen haben. Die Zeiten, als Asma Assad als strahlende Botschafterin Syriens verehrt wurde, dürften endgültig vorbei sein. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.02.2012, 13:19 Uhr
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23 Kommentare
Obamas, Sarkozys und Camerons Gattinnen sehen auch keinen Widerspruch darin, sich als wohltätige, fürsorgliche First Ladies auszugeben und gleichzeitig ihre in Afghanistan, im Irak und Lybien kriegführenden Gatten zu unterstützen.
Was soll diese plumpe Propaganda gegen Syrien? Fehlt nur noch, dass Syrien angeblich Massenvernichtungswaffen habe und Viagra an seine Soldaten verteile.
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