Deutsche Spezialeinheit verhaftet mutmasslichen Terrorhelfer
Aktualisiert am 01.02.2012 2 Kommentare
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Die Unterstützer der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle stehen weiter im Fadenkreuz der Ermittler: Bundespolizisten der GSG 9 haben am heute Morgen in Düsseldorf den fünften mutmasslichen Helfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) verhaftet. Der 31-jährige Carsten S. soll der Terrorgruppe eine Waffe geliefert und so Beihilfe zu sechs Morden und einem versuchten Mord geleistet haben, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Am späten Abend ordnete der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe gegen ihn Untersuchungshaft an. Zudem habe Carsten S. umfassend ausgesagt, teilte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Marcus Köhler, mit.
Zeitweilig war Carsten S. den Ermittlungen zufolge der Einzige aus dem NSU-Umfeld, der unmittelbaren Kontakt zur Zwickauer Zelle hatte. Bis 2003 unterhielt Carsten S. Kontakte in rechtsradikale Kreise, wie die Ermittler berichteten. In den darauf folgenden Jahren vollzog der 31-Jährige offenbar einen Sinneswandel. So berichtet der Verein Aids-Hilfe, für den S. seit 2005 arbeitete, dass der mutmassliche Terror-Helfer zuletzt «offen schwul» gelebt habe.
Bereits fünf mutmassliche Terror-Unterstützer in Haft
Mit der Verhaftung von S. sitzen jetzt bereits fünf mutmassliche Unterstützer der Terrororganisation in Untersuchungshaft. Insgesamt gibt es in dem Fall mittlerweile 13 Beschuldigte. Gegen mehrere weitere wird ermittelt.
Das mutmassliche NSU-Mitglied Beate Zschäpe ist seit dem 13. November 2011 ebenfalls in Haft. Die beiden weiteren mutmasslichen Mitglieder der Terrororganisation, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, waren am 4. November 2011 tot aufgefunden worden. Das Trio wird von der Bundesanwaltschaft für neun Morde an Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie für den Mord an einer Polizistin in Heilbronn verantwortlich gemacht.
Carsten S. soll Terrorzelle Waffe besorgt haben
Nach den bisherigen Erkenntnissen war Carsten S. 1999 und 2000 im rechtsextremistischen «Thüringer Heimatschutz» aktiv - so wie damals auch Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe. Zusammen mit Ralf Wohlleben, der ebenfalls im Visier der Ermittler steht, soll Carsten S. dem Trio 2001 oder 2002 eine Schusswaffe nebst Munition verschafft haben. Den Ermittlungen zufolge hat er die Waffe in Jena gekauft und anschliessend an Wohlleben weitergegeben, der einen Kurier mit dem Transport zu den NSU-Mitgliedern betraute.
Der mutmassliche Untersützter war offenbar auch ein Funktionär der NPD. Wie die «Süddeutsche Zeitung» (Donnerstagausgabe) berichtet, stand er nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes 1999 an der Spitze des NPD-Kreisverbands Jena. Ausserdem gehörte S. dem Thüringer Landesvorstand und als Landesvertreter dem Bundesvorstand der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten an.
Carsten S. soll laut Bundesanwaltschaft «billigend in Kauf genommen haben», dass die Waffe für rechtsextremistisch motivierte Morde verwendet werden könnte. Bislang sei allerdings nicht klar, ob sie tatsächlich für Straftaten der Terrorzelle eingesetzt wurde.
Die Düsseldorfer Wohnung von Carsten S. wurde von Beamten des Bundeskriminalamts (BKA) und des Landeskriminalamts (LKA) Nordrhein-Westfalen durchsucht. Er wurde gegen 14.00 Uhr mit einem Polizeihubschrauber zum Bundesgerichtshof nach Karlsruhe gebracht. Der Ermittlungsrichter sollte ihm dort den Haftbefehl eröffnen.
(kle/dapd)
Erstellt: 01.02.2012, 20:03 Uhr
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2 Kommentare
Deutschland exportierte 2007 fuer 171 mio. Euro Handfeuerwaffen,von dem 72% zivile Schusswaffen waren. Sie koennen davon ausgehen,dass der groeste Teil zum morden verwendet wird. Die D-Bundespolizei GSG9 sollte mal einige Politiger in Berlin in Haft nehmen und den Haque ueberstellen. Antworten
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