«Bob Dylan fiel bei mir durch»
Seine allererste «Begegnung» mit Bob Dylan hatte er in den 60er-Jahren. Und die war alles andere als prägend. «Ich war 12 oder 13. Mir gefiel Dylans Musik zunächst überhaupt nicht, und seine Texte fand ich wirr und absurd. Er fiel bei mir durch», erinnert sich Henri Huber. Doch die Rockmusik begleitet den Rechtsanwalt, ehemaligen Grossrat und langjährigen Könizer Gemeindepräsidenten seit Jahrzehnten – zunächst waren es die Beatles, Stones, Kinks und Co., später die eigene Band Ocean. Und ab 1967 fand auch Dylan seinen Platz in Henri Hubers Herzen: «Ich hörte das Album ‹Blonde on Blonde›. Da fiel endlich auch bei mir der Groschen.» Heute ist für Huber klar: «Bob Dylan ist der Rockpoet schlechthin.» Zwar spiegelten sich dessen Ups und Downs in seinem Output: «Mal grottenpeinlich, mal überirdisch genial.» Doch Henri Huber gerät ins Schwärmen. «Sein Werk ist monumental, er ist ein Dichter, Komponist und Musiker von grossem Format.»
Mit Freude dabei
Deshalb hat der Ex-Gemeindepräsident sofort Ja gesagt, als ihn Gianni Spano für den Dylan Tribute in Köniz angefragt hat. Spano, Mitgründer des heutigen Gurtenfestivals, ist Initiant und Hauptakteur des Konzerts vom Samstag – mit dabei sind etwa auch Simu (Ex-Bagatello) und Housi Wittlin (Repeatles und Ex-Span). «Ich hoffe, es kommen die Leute, denen Dylan Ähnliches wie mir bedeutet oder die ganz einfach neugierig sind, warum da ein paar ältere Semester in Bern den Dylan feiern», sagt Huber. Er wird unter anderem mit Spano Klassiker wie «All Along the Watchtower» oder «Just Like a Woman» zum Besten geben – und seine Tochter Sarah bei «Make You Feel My Love» auf der Gitarre begleiten.
«Passt überhaupt nicht»
Politisch sind Dylan und Huber beide. Doch: Der Protestsänger und der Ex-Gemeindepräsident – passt das zusammen? «Überhaupt nicht», antwortet Henri Huber. Er sei Politiker von Beruf gewesen, Dylan habe niemals Politiker sein wollen und habe sich gegen eine Politisierung seiner Texte gewehrt. «Vergeblich – wer so viel literarische und poetische Kraft in sich hat, kann sich dem gar nicht entziehen», ist für Huber klar. (Berner Zeitung)
Erstellt: 02.02.2012, 13:36 Uhr
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